Hell, sauber und idyllisch. Das ist mein erster Eindruck von Löwen. Es ist März und ich bin mit dem Zug im flämischen Leuven angekommen. Die ganze Stadt erstrahlt in der morgendlichen Sonne. Es ist schön ruhig. Es ist noch leer und gemütlich. Die Menschen sind freundlich und lächeln. Schon auf den ersten Metern hat Leuven mein Herz erobert.
Die ganze Stadt ist – so wie auch schon Brüssel – eine Perle der historischen Architektur. Alleine dafür liebe ich dieses Land jetzt schon wieder. Die historische Bibliothek mit der aufgehenden Morgensonne ist ein traumschöner Anblick.

Bekannt ist Leuven vor allem für seine katholische Universität. Das Adjektiv ist hier Programm. Denn Kirchen findet man hier einige. Die meisten sind klein, aber äußerst fein und im warmen Sonnenlicht ein wahres Schmankerl.

Ich liebe alte schöne Universitäten. Und deshalb liebe ich auch Leuven, denn die Stadt besteht zur Hälfte nur aus der Universität. Der Große Beginenhof ist ein Großteil des Universitätsgeländes. Und dieses Viertel ist einfach ein wunderschöner Anblick. Es ist ohne Frage ein verdientes UNESCO-Welterbe. Es ist einfach die Idylle pur. Kleine Gassen, ein paar Bäume, ein Fluss und ganz viel Ruhe. Das Viertel hat seinen eigenen Charme. Ein bisschen erinnert es mich an Cambridge. Wunderschön ist es so ohne Frage.


Das Sahnehäubchen ist der botanische Garten der Stadt. Im beginnenden Frühling erstrahlt und leuchtet alles so schön. Es ist noch kein voller Frühling, aber ich sehe, dass er bald da ist.


Eine schöne, warme Überraschung bietet das Gewächshaus des Gartens. Meine Kameralinse* beschlägt zwar sofort, aber die tropische Luft befreit direkt meine Lunge und meine Seele. Es ist ein transzendentes Ereignis. Diese Wärme, diese bunten Farben, das Neue und diese Luft. All das macht dieses Gewächshaus so einzigartig. Ich fühle mich wie in den Tropen und doch stehe ich mitten in Belgien.

Wie es sich für eine belgische Stadt aber auch noch gehört, gibt es ein wunderschönes historisches Rathaus, einen alten Markt und eine schöne Kirche im Zentrum des Ortes. Allein für das Leuvener Stadthaus rentiert es sich, nach Leuven zu fahren.

In der imposanten Peterskirche finde ich dann aber auch noch weitere Hinweise für meine große Suche.


Damit endet auch schon der flämische Teil des Tages. Für mich geht es jetzt weiter in die französischsprachige Wallonie. Schon im Zug dorthin merkt man eine andere Stimmung. Ich kann kein Französisch. Mein Englisch wird aber nur selten akzeptiert. Das wird witzig werden.
Ich habe schon viele Bahnhöfe auf meinen Reisen gesehen, aber der Bahnhof von Lüttich ist wirklich eine andere Nummer. Es ist ein Meisterwerk moderner Architektur und eine farbenfrohe Pracht.

Der restliche erste Eindruck von Liege ist dafür umso schlechter. Grau, dreckig, laut, verrußt, matschig und einfach nur hässlich. Ich hoffe, das wird noch besser.

Die ganze Stadt scheint zusätzlich auch noch eine einzige Baustelle zu sein. Mich von A nach B zu bewegen, gestaltet sich schwieriger, als ich dachte. Die Sankt-Jakob-Kirche ist zwar auch groß, aber wirklich imposant oder schön ist sie auch nicht.


Dann gibt es aber noch die Sankt-Paulus-Kathedrale. Von außen sieht sie auch wieder nicht ganz so imposant aus. Aber der erste Eindruck trügt. Denn von innen ist es eine atemberaubende Schönheit. Das warme Licht der Sonne in den bunten Fenstern hat einen magischen Flair. Es ist eine kleine Zauberwelt. Die Imposanz der französischen Einflüsse wird auch wieder deutlich. Im Licht der Kirche fange ich an, auch an Liege gefallen zu finden.


Das Besondere an dem Dom ist aber eigentlich nicht der Dom selbst, selbst wenn das schwer zu glauben ist. Das wahre Heiligtum ist – wie auch in Aachen – der Domschatz. Hier befinden sich schließlich die heilige Lambertus-Reliquie und auch angeblich eine Reliquie vom Heiligen Kreuz Jesu. Wobei man dazu sagen muss, dass man bei all den angeblichen Kreuzsplittern wohl den Limes neu bauen könnte. Das Schwierigste am Museum ist aber, hinein zu kommen. Denn Englisch ist zwar Weltsprache und Deutsch Amtssprache in Belgien, aber reden will man nur mit mir auf Französisch.


Auf meinen Reisen begebe ich mich auch immer auf die Suche nach dem Heiligen Gral. Ich finde ihn zwar wahrscheinlich auch nicht in Liege, aber ich finde zumindest ein sehr interessantes Gemälde vom Heiligen Gral. Die Suche geht also weiter.


Dann geht es für mich wieder in die Stadt. Die Stadt ist jetzt etwas schöner, aber kein Vergleich zu Brüssel oder Leuven. Aber auch hier finde ich zumindest eine Universität. Ich finde auch die Oper der Stadt, die leider nur noch etwas eingerüstet ist. Die ganze Stadt ist eine Baustelle.



Regiert wurde Lüttich als Fürstenbistum übrigens in der Geschichte meistens von „deutschen“ Adligen. Seit der französischen Revolution hat der französische Einfluss aber deutlich zugenommen. Ich verstehe hier wirklich nur Bahnhof. Ich erkenne aber zumindest den fürstbischöflichen Palast hinter den ganzen Baustellen.

Als Stadt an der Maas musste sich Lüttich in der Vergangenheit häufig verteidigen. Daher hat die Stadt natürlich auch eine große Zitadelle. Die liegt aber natürlich oberhalb des Flusses. Daher heißt es für mich: Treppen steigen. Und zwar nicht wenige. Dafür lohnt sich dann die Aussicht.



Mein Weg ging über viele kleine Seitenstraßen nach oben. Es gibt aber auch noch einen Weg, der direkt nach oben führt. Die Bueren-Berg-Treppe führt direkt nach oben. Ich laufe die berühmten 374 jetzt aber ganz entspannt wieder nach unten.

Ich liebe Sonnenuntergänge wirklich sehr. Bevor ich daher wieder nach Hause fahre, gönne ich mir noch einen schönen Sonnenuntergang über der Maas.

Die Reise erfolgte im März 2023

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