Mirabell Palace and Gardens with Hohensalzburg Fortress in the distance
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Tagesauflug nach Salzburg – Interrail Tag 18

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Der Wiener Westbahnhof ist mehr Einkaufszentrum als Bahnhof. Die Westbahn, die nach Salzburg fährt, ist dafür umso besser. Es gibt ein Café, funktionierendes WLAN, eine 2. Klasse Plus (was auch immer das sein mag), der Zug ist sauber und die ganze Atmosphäre ist angenehm. Die deutschen Regionalzüge könnten sich hiervon eine Scheibe abschneiden. Die Zugbegleiterin ist superfreundlich und kontrolliert sogar schon vor der Abfahrt die Tickets und checkt gleich die Sitzplätze ein, damit Last-Minute-Reservierungen einen freien Platz erwischen.

Am Morgen sind die Felder wieder vernebelt und mystisch. Im Laufe der Reise erstrahlt langsam das saftige Grün und auch der Wallersee beginnt wieder zu strahlen.

Ursprünglich hatte ich gar nicht vor, nach Salzburg zu fahren. Aber da ich ja jetzt noch einen Tag bis Mittwoch habe, habe ich mich spontan für einen Ausflug in die viertgrößte Stadt Österreichs entschieden. Bekannt ist Salzburg als Mozartstadt, aber die Stadt kann mehr. So gibt es hier auch das Schloss Mirabell aus dem 17. Jahrhundert. Umgeben ist das Schloss von so viel Grün, dass ich fast vergessen könnte, dass wir Mitte Oktober haben. Die meisten Blumen blühen nicht mehr, aber die Rosen halten vereinzelt die Stellung.

Sunlit park with large trees displaying yellow autumn foliage over a green lawn with benches
Die ersten Vorboten sind erkennbar
Cluster of vibrant orange roses in full bloom in a sunny garden
»Man sollte den Blumen nie zuhören. Wir müssen sie betrachten und ihren Duft einatmen. Meine Blume erfüllte meinen ganzen Planeten mit ihrem Duft, aber ich wurde nicht glücklich darüber. Diese Geschichte von den Krallen, die mich so sehr reizte, hätte mich mehr berühren sollen« – Der kleine Prinz
Mirabell Palace and Gardens with Hohensalzburg Fortress in the distance
Herbst in Österreich

Ich erkenne schon von Weitem die Festung Hohensalzburg, die über Salzburg thront. Ein Name thront aber auch über der Stadt. Wolfgang Amadeus Mozart. Ohne Frage ist Mozart einer der größten Komponisten der Musikgeschichte und der bekannteste Salzburger. Auf dem Weg zu Mozarts Wohnhaus verläuft mein Weg am Salzburger Theater vorbei. Da werden meine Ohren Zeugen des Einsingens. Bei offenen Fenstern schwingt der Klang der Mozartopern durch die ganze Stadt. In Mozarts Wohnung, wo ich lange verweile, kann ich mehr über das Leben und Werk des Wunderkindes lernen.

Pink building facade with shuttered windows and a sign above the archway reading MOZART WOHNHAUS.
Bei Männern, welche Liebe fühlen, fehlt auch ein gutes Herze nicht.

Weiter geht mein Weg auf die Salzach. Der Fluss teilt Salzburg in zwei Hälften. Bei traumhaftem Sonnenschein bildet der Marko-Feingold-Steg einen perfekten Ort für eine wunderschöne Aussicht.

A bridge crosses a river in a city with forested mountains in the background.
Ein einfach schöner Anblick!

Auf der Schwarzstraße kann ich in den Alltagstrubel der Großstadt abtauchen. Bevor mein touristisches Programm fortgesetzt wird, ist es Zeit für Käsespätzle. Sie schmecken göttlich. Selbst wenn ich den Speck explizit abbestellen muss. Vegetarisch zu sein, ist eine Kunst in Österreich, die nur wenige beherrschen.

Narrow street with historic buildings and ornate signs leading to a fortress on a cliff
Überfüllt? Ich weiß nicht wovon du redest

Weiter geht es in Mozarts Geburtshaus. Die Lehrstunde über das Salzburger Wunderkind geht in eine lange zweite Runde.

A museum room with black pillars containing glass display cases and wall text stating: In diesem Raum wurde Wolfgang Amadeus Mozart am 27. Jänner 1756 geboren. In this room Wolfgang Amadeus Mozart was born on January 27, 1756.
“Versa il vino! Eccellente Marzimino”
Figures holding a starry blue cloak over a figure seated on a crescent moon
Nur der Freundschaft Harmonie
mildert die Beschwerden;
ohne diese Sympathie
ist kein Glück auf Erden.
Stage design model for Don Giovanni by Walter Brügmann showing figures walking through a cave. Label text: Don Giovanni Bühnenbild von Walter Brügmann Berlin, um 1920 Don Giovanni Stage design by Walter Brügmann Berlin, about 1920.
„È tutto amore! Chi a una sola è fedele, verso l’altre è crudele io che in me sento sì esteso sentimento, vo‘ bene a tutte quante. Le donne poiché calcolar non sanno, il mio buon natural chiamano inganno.“ – Don Giovanni

In der Salzburger Innenstadt ist die Kirchendichte fast höher als in Italien. Aber auch nur fast, denn an Italien kommt kein Land vorbei. Außer dem Vatikan. Den Anfang macht die Kollegienkirche. Im Vergleich zu den italienischen Kirchen wirken die Kirchen in Österreich aber dunkler und enger. Vielleicht ist es nur eine Einbildung von mir, aber irgendwie liegen Welten zwischen den Kirchen von heute und denen vor einer Woche.

Ornate white Baroque cathedral with two clock towers under a partly cloudy sky
Amen

Die Kirchentour geht weiter zum Salzburger Dom. Wir steigern uns zwar in der Größe, aber ein Vergleich zu Italien ist noch immer unfair.

Salzburg Cathedral with its twin green-domed towers and the Marian Column monument.
Amen Teil II

Neben der kirchlichen Macht darf die weltliche Macht nicht fehlen. Wobei Salzburg die meiste Zeit der Geschichte ein Erzbistum war und somit weltliche und geistliche Macht Hand in Hand lagen. Der Residenzplatz und die Residenzen erinnern prunkvoll an die Erzbischöfe. Die Festung Hohensalzburg thront weiter über der Stadt. Für eine Wanderung hoch zur Festung liegen mir die Käsespätzle aber zu schwer im Magen.

Hohensalzburg Fortress on a hill overlooking a square with buildings and a stone fountain in Salzburg
Hoch am Himmel thront die Macht

Wie auch schon in Wien gehört ein Friedhofsbesuch einfach zu Österreich dazu, so wie der Almdudler zu den Käsepätzle. Der Petersfriedhof liegt im Schatten des Berges und hat so eine natürliche düstere Ausstrahlung.

Cobblestone path through a historic cemetery with stone monuments, a chapel, and a steep rocky cliff.
Memento Mori

Der Abschied wird vom bekanntesten Salzburger begleitet. Unter den Augen Mozarts endet mein Salzburger Intermezzo.

Bronze statue of Wolfgang Amadeus Mozart on a white pedestal in a public square
Ich hoffe nicht, dass es nötig ist zu sagen, dass mir an Salzburg sehr wenig und am Erzbischof gar nichts gelegen ist und ich auf beides scheiße.“ – Wolfgang Amadeus Mozart

In meinem Hostel ziehe ich aufgrund meiner ungeplanten Verlängerung um. Vom 6-Bett-Zimmer bin ich in ein 4-Bett-Zimmer gewandert. Und ich habe es geschafft, endlich mal das Bett unten zu bekommen. Meine Zimmergenossen sind ein Australier und ein Neuseeländer. Der Australier kommt gerade aus Berlin und schwärmt noch immer von der Berliner Currywurst. Und es ist natürlich keine richtige Hostelübernachtung, wenn nicht mitten in der Nacht ein Handy vom Hochbett hinunterfällt. Das australische Smartphone wollte zurück nach down under.

Die Reise erfolgte im Oktober 2022

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2 Antworten zu „Tagesauflug nach Salzburg – Interrail Tag 18“

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  2. Avatar von Augsburg: Zwischen Welterbe und Puppenkiste – Sehnsuchtsbummler

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