Der Wiener Westbahnhof ist mehr Einkaufszentrum als Bahnhof. Die Westbahn, die nach Salzburg fährt, ist dafür umso besser. Es gibt ein Café, funktionierendes WLAN, eine 2. Klasse Plus (was auch immer das sein mag), der Zug ist sauber und die ganze Atmosphäre ist angenehm. Die deutschen Regionalzüge könnten sich hiervon eine Scheibe abschneiden. Die Zugbegleiterin ist superfreundlich und kontrolliert sogar schon vor der Abfahrt die Tickets und checkt gleich die Sitzplätze ein, damit Last-Minute-Reservierungen einen freien Platz erwischen.
Am Morgen sind die Felder wieder vernebelt und mystisch. Im Laufe der Reise erstrahlt langsam das saftige Grün und auch der Wallersee beginnt wieder zu strahlen.
Ursprünglich hatte ich gar nicht vor, nach Salzburg zu fahren. Aber da ich ja jetzt noch einen Tag bis Mittwoch habe, habe ich mich spontan für einen Ausflug in die viertgrößte Stadt Österreichs entschieden. Bekannt ist Salzburg als Mozartstadt, aber die Stadt kann mehr. So gibt es hier auch das Schloss Mirabell aus dem 17. Jahrhundert. Umgeben ist das Schloss von so viel Grün, dass ich fast vergessen könnte, dass wir Mitte Oktober haben. Die meisten Blumen blühen nicht mehr, aber die Rosen halten vereinzelt die Stellung.



Ich erkenne schon von Weitem die Festung Hohensalzburg, die über Salzburg thront. Ein Name thront aber auch über der Stadt. Wolfgang Amadeus Mozart. Ohne Frage ist Mozart einer der größten Komponisten der Musikgeschichte und der bekannteste Salzburger. Auf dem Weg zu Mozarts Wohnhaus verläuft mein Weg am Salzburger Theater vorbei. Da werden meine Ohren Zeugen des Einsingens. Bei offenen Fenstern schwingt der Klang der Mozartopern durch die ganze Stadt. In Mozarts Wohnung, wo ich lange verweile, kann ich mehr über das Leben und Werk des Wunderkindes lernen.

Weiter geht mein Weg auf die Salzach. Der Fluss teilt Salzburg in zwei Hälften. Bei traumhaftem Sonnenschein bildet der Marko-Feingold-Steg einen perfekten Ort für eine wunderschöne Aussicht.

Auf der Schwarzstraße kann ich in den Alltagstrubel der Großstadt abtauchen. Bevor mein touristisches Programm fortgesetzt wird, ist es Zeit für Käsespätzle. Sie schmecken göttlich. Selbst wenn ich den Speck explizit abbestellen muss. Vegetarisch zu sein, ist eine Kunst in Österreich, die nur wenige beherrschen.

Weiter geht es in Mozarts Geburtshaus. Die Lehrstunde über das Salzburger Wunderkind geht in eine lange zweite Runde.


mildert die Beschwerden;
ohne diese Sympathie
ist kein Glück auf Erden.

In der Salzburger Innenstadt ist die Kirchendichte fast höher als in Italien. Aber auch nur fast, denn an Italien kommt kein Land vorbei. Außer dem Vatikan. Den Anfang macht die Kollegienkirche. Im Vergleich zu den italienischen Kirchen wirken die Kirchen in Österreich aber dunkler und enger. Vielleicht ist es nur eine Einbildung von mir, aber irgendwie liegen Welten zwischen den Kirchen von heute und denen vor einer Woche.

Die Kirchentour geht weiter zum Salzburger Dom. Wir steigern uns zwar in der Größe, aber ein Vergleich zu Italien ist noch immer unfair.

Neben der kirchlichen Macht darf die weltliche Macht nicht fehlen. Wobei Salzburg die meiste Zeit der Geschichte ein Erzbistum war und somit weltliche und geistliche Macht Hand in Hand lagen. Der Residenzplatz und die Residenzen erinnern prunkvoll an die Erzbischöfe. Die Festung Hohensalzburg thront weiter über der Stadt. Für eine Wanderung hoch zur Festung liegen mir die Käsespätzle aber zu schwer im Magen.

Wie auch schon in Wien gehört ein Friedhofsbesuch einfach zu Österreich dazu, so wie der Almdudler zu den Käsepätzle. Der Petersfriedhof liegt im Schatten des Berges und hat so eine natürliche düstere Ausstrahlung.

Der Abschied wird vom bekanntesten Salzburger begleitet. Unter den Augen Mozarts endet mein Salzburger Intermezzo.

In meinem Hostel ziehe ich aufgrund meiner ungeplanten Verlängerung um. Vom 6-Bett-Zimmer bin ich in ein 4-Bett-Zimmer gewandert. Und ich habe es geschafft, endlich mal das Bett unten zu bekommen. Meine Zimmergenossen sind ein Australier und ein Neuseeländer. Der Australier kommt gerade aus Berlin und schwärmt noch immer von der Berliner Currywurst. Und es ist natürlich keine richtige Hostelübernachtung, wenn nicht mitten in der Nacht ein Handy vom Hochbett hinunterfällt. Das australische Smartphone wollte zurück nach down under.
Die Reise erfolgte im Oktober 2022

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