Paris. Das ist mehr als nur ein Wort. Mehr als nur eine Stadt. Paris. Das ist ein Lebensgefühl. Das ist eine Kultur. Das ist Liebe. Das ist Leidenschaft. Paris ist Frankreich und Frankreich ist Paris.
Ich verlasse den Bahnhof Gare de l’Est und wandle durch das 10. Arrondissement. Ich spüre Frankreich in jedem Atemzug. Die Fassaden der Häuser, die Kleider der Passanten und die elegante Abgehobenheit der französischen Sprache, die ich in keiner Silbe verstehe.

Am Platz der Republik wird Paris dann endgültig zu Frankreich. Eine große Statue thront über dem Platz. Lang lebe die Republik, lang lebe Frankreich. Die Stadt der Liebe zeigt hier an diesem Ort aber auch zum ersten Mal, wie hässlich sie sein kann. Die Architektur ist – ohne Frage – wunderschön. Aber es ist dreckig. Müll liegt auf den Straßen. Die Statue ist beschmiert. Lang lebe das freie Frankreich, lang lebe das chaotische Frankreich.

Es folgen Irrwege durch Parks, Seitenstraßen und Hauptstraßen. Alles so französisch, wie es nur sein kann. Jedes Café am Straßenrand hat einen besonderen Charme. Einen Charme, an den keine Stadt in Europa herankommt. Paris ist und bleibt eine Diva. Eine Diva, die es in sich hat. Ich überlege, ob ich anhalten soll. Ich entscheide mich dagegen. Die weite Stadt erwartet mich.

Meine Reise durch Paris setzt sich am Pariser Rathaus fort. Es ist ein wunderschönes Gebäude. Es ist so unfassbar gotisch. Aber hier scheint alles gotisch zu sein. Insbesondere die Kirchen. Und davon hat das katholische Frankreich keinen Mangel. Den Anfang macht die Pfarrkirche Saint-Gervais-Saint-Protais.


Neben Gotik, Kirchen und französischer Eleganz gibt es noch eine Sache, die so unzertrennlich zu Paris dazugehört. Ich rede nicht vom Eiffelturm oder vom Arc de Triomphe. Ich rede von der Seine. Ein Fluss, der Paris teilt. Ein Fluss, der Herr einer sagenumwobenen Insel ist. Die Lebensader der Stadt. Für andere ein Drecksloch. Ein Fluss, der immer wieder Politikum ist. Aber auch ein Fluss, der UNESCO-Welterbe ist. Das liegt aber weniger am Fluss als an den Gebäuden um den Fluss. Ich überquere die Seine über die Insel Saint-Louis und blicke auf die Île de la Cité. Vor mir thront eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Kathedrale Notre-Dame von Paris. Wir schreiben das Jahr 2023. Die Kirche ist nach dem verheerenden Brand von 2019 noch im Baugerüst. Die Aura dieser Kirche thront nichtsdestotrotz über der Stadt.


Auf dem anderen Ufer der Seine passiere ich die legendäre Sorbonne-Universität, bis ich mein nächstes Etappenziel erreiche. Den Jardin des Plantes. Einen der größten Parks in der Pariser Innenstadt. Pünktlich zum Parkbesuch erscheint die Sonne und ich setze mich auf eine Bank und genieße den Pariser Frühling. Die Sonne erwärmt meine Haut. Im Hintergrund zwitschern die Vögel, das Gras strahlt und die Blumen beginnen langsam, aus ihrem Winterschlaf zu erwachen. Das Baguette und das Croissant schmecken bei dem Anblick gleich besser.


Gestärkt und erholt geht meine Reise durch Paris weiter. Die gotischen Gebäude, die hellen Steingebäude oder die vielen Säulen sollten Paris eigentlich zu einer wunderschönen Stadt machen. Dann ist Paris ja auch noch die Stadt der Liebe. Mein Zwischenfazit ist dennoch: Paris ist eine hässliche Stadt. Die schönsten Gebäude der Welt nutzen nichts, wenn die Stadt dreckig und vermüllt ist. Über die olfaktorische Symbiose aus Dieselabgasen und Müllsäcken ganz zu schweigen. Paris ist ein architektonisches Meisterwerk und ein (wenn nicht fast sogar das?) kulturelles Erbe und Zentrum Europas. Gleichzeitig ist Paris eine hässliche Stadt. Punkt.

Am Ende der Straße thront dann trotzdem wieder Paris. Das Pariser Panthéon ist ein Anblick, der seinesgleichen sucht. Angelehnt an die Baukunst der alten Römer ist es heute ein Herzstück Frankreichs. Die letzte Ruhestätte der ganz großen Franzosen wie Voltaire, Rousseau oder Curie. Veredelt mit dem sagenumwobenen französischen Nationalstolz, der in jeder französischen Ader pulsiert. Von außen ist das Gebäude eine Wucht, die sich im Innenleben sogar noch weiter ins Gigantische steigert. Einfach nur umwerfend!


Ich verlasse den Monumentalbau und schlendere durch die Pariser Gassen. Sie sind das Gegenteil zum Panthéon. Sie sind klein und verzwickt. Aber die Architektur ist weiterhin wunderschön. Mir gefallen die hellen Steine der Pariser Gebäude sehr. Sie wirken so elegant und warm. Aber vielleicht liegt das auch nur am frühlingshaften Frankreich.

Mein nächstes Ziel: der Jardin du Luxembourg. Dort interessiere ich mich aber nicht für den Garten oder für den Palais du Luxembourg. Das Schloss ist ganz nett, aber das eigentliche Highlight steht am Ende des Parks. Dort steht die Freiheitsstatue. Die echte Freiheitsstatue. Also irgendwie zumindest. Dort steht eine kleine Replik der großen Schwester, die ich schon in New York besucht habe. Der Bildhauer Frédéric-Auguste Bartholdi erschuf sie als Miniaturmodell für sein Heimatland. Streng genommen ist es aber nur eine Kopie, da das Original mittlerweile im Museum steht. Und das andere Original steht am anderen Ende des Atlantiks.

Einige Zeit später stehe ich wieder vor einer grünen Wiese. Im Hintergrund wieder ein wunderschöner Monumentalbau. Wieder eine einzigartige Kuppelkonstruktion. Und doch ist diese Art besonders. Das Hôtel des Invalides ist nicht nur Militärmuseum, Kuppelbau und Kirche. Es ist mehr. Es ist das Herz Frankreichs. Zumindest ruht hier das Herz Frankreichs. Und diesmal meine ich das nicht nur symbolisch, sondern buchstäblich. Hier ist die Ruhestätte des wahrscheinlich größten Franzosen in der Geschichte. Ein Mann, der die ganze europäische Weltordnung auf den Kopf gestellt hat. Hier ruht Napoleon Bonaparte. Und seine Grabesstätte als auch sein Grabmal selber sind alles andere als bescheidene Bauten. Aber seht und staunt selbst.




Kein Besuch in Paris ohne Eiffelturm Dieser Stahlturm gehört so fest zu Paris wie der Dom zu Köln. Daher wimmelt es nur so von Touristen um den Eiffelturm herum. Eine kitschiger als die andere. Das perfekte Instagram-Bild mit der Fingerspitze auf dem Turm wird von den Millionen frisch verliebten Paarselfies ruiniert. Überall schwingen die Smartphones und Selfiesticks in der Luft. Ich hake den Ort von meiner innerlichen Liste ab und entfliehe den Massen schnell wieder. Am anderen Seineufer genieße ich den Palais de Chaillot in Ruhe und ohne Menschen.



Mein Tag beginnt sich langsam dem Ende zuzuneigen, aber ein Highlight habe ich noch auf Lager. Für den Römerliebhaber in mir kommt jetzt das Highlight des Tages. Ein Triumphbogen. Aber nicht irgendeiner wie in Italien. Ein ganz Großer. Ein ganz besonderer Triumphbogen. Der Triumphbogen schlechthin in der Geschichte der Menschheit. Der Arc de Triomphe de l’Étoile. Ein monumentales Meisterwerk in der europäischen Geschichte. Und zugleich ein Scheusal der Verkehrsführung. Wie an diesem Ort so wenige Autounfälle passieren können, bleibt mir für immer ein Rätsel. Aber das soll nicht ablenken von der Einzigartigkeit, Herrlichkeit und Arroganz des Ortes. Ach Frankreich!


Geblendet von der Schönheit verlasse ich den Arc de Triomphe auf einer der 12 Straßen, die in ihn münden. Aber ich verlasse den Ort nicht auf irgendeiner Straße. Ich verlasse den Ort auf der sagenumwobenen Champs-Élysées. Jener Straße, der Joe Dassin ein musikalisches Denkmal für die Ewigkeit gegeben hat.


Am Ende der Straße überquere ich die Seine. Nach dem Regen kommt jetzt die Sonne wieder hervor. Und damit einher geht ein Naturschauspiel der besonderen Art. Ein Regenbogen. Aber nicht irgendein Regenbogen. Ein Regenbogen der doppelten Art. Ein Doppelregenbogen. Auf der anderen Seite der Brücke erstrahlt die sich setzende Sonne den Eiffelturm gülden. Egal, wo ich hinschaue, alles sieht fantastisch aus.


Ich schlendere noch ein wenig an der Seine und erblicke die französische Nationalversammlung. Ich genieße die letzten Stunden der Sonne. Zum Ende des Tages wandere ich noch über den Place de la Concorde und bestaune den einstigen Hinrichtungsort und den ägyptischen Obelisken. Vorbei am Louvre – mit der Kunst habe ich es ja nicht so – mache ich mich auf den Weg zu meinem Hostel. Ein Foto von der legendären Glaspyramide darf aber natürlich nicht fehlen.




Zum Abschluss des Tages gibt es noch eine Kirche und dann endet der erste Tag in Paris für mich.

Die Reise erfolgte im März 2023

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