Große Hotelketten haben vielleicht nicht den gleichen Charme wie kleine lokale Hotels, dafür gibt es hier zumindest essbares Frühstück. Aber ich möchte euch nicht weiter mit meinem obsessiven Verhältnis zum britischen Essen langweilen, davon gab es im zweiten Teil schon genug. Kommen wir daher direkt zu meinem nächsten obsessiven Verhältnis: meiner Liebe zu den britischen Universitäten. Davon hattet ihr zwar auch schon in Teil 1 genug, aber ich finde sie wirklich schön! Es geht zur University of Aberdeen. Die über 500 Jahre, die die Universität auf dem Buckel hat, sehe ich ihr kaum an. So steht auch diese Universität wieder für die grandiose Verbindung aus Fortschritt und Tradition. Kleiner Fakt am Rande: die Universität, die 5 Nobelpreisträger hervorgebracht hat, hat übrigens Herzogin Camilla als Kanzlerin.


Und dann lassen wir Aberdeen auch schon wieder hinter uns und machen uns auf den Weg weiter durch die Lowlands.
Malt Whisky Trail
Mit dem Bus geht es durch die schöne Natur der Lowlands. Die ganze Natur scheint grün und strahlt vor sich hin. Das schöne Schottland zeigt seine besten Seiten. Aber die Strecke hat auch noch einen weiteren Höhepunkt. Denn was gehört untrennbar zu Schottland dazu? Richtig: Whisky! So gibt es am Malt Whisky Trail noch zahlreiche Destillen, die man besuchen kann. Und ganz wichtig, wo man auch probieren kann. Hier gilt probieren über studieren!
Elgin
Nach dem Whisky geht es weiter nach Elgin. Die Stadt wurde das erste Mal urkundlich erwähnt, als Macbeth, ja der von Shakespeare, den schottischen König vor fast 1000 Jahren in der Nähe tötete. Auch danach ging es nicht immer friedlich im Ort zu. Die Nähe zu den rauen Highlands wird deutlich. Die große Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert wurde immer wieder zerstört und wieder neu aufgebaut. Mal waren es plündernde Highlander, mal Royalisten oder mal schottische Rebellen. Im Laufe der Zeit wurde sie immer wieder zerstört und ist jetzt nur noch eine berühmte Ruine. Aber so ist Schottland eben: wunderschön aber doch so vergänglich.


Clava Cairns
Jetzt geht es endlich wieder etwas mehr in die Natur. Das Wetter ist immer noch traumhaft und durch und durch nicht britisch. Bei strahlendem Sonnenschein kann das Grün der Insel noch besser zur Geltung kommen und mein Herz beginnt, immer höherzuschlagen. Es geht zu den Clava Cairns. Dabei handelt es sich um Steingräber, die noch aus der Bronzezeit stammen. In den Tausenden von Jahren sind die Steine immer mehr eins mit der Natur geworden und das graue Gestein wurde so immer grüner. Die graue Tristesse wurde von der grünen Freundlichkeit des Mooses besiegt.


Die Kombination aus Sonne, saftigem Rasen und hellem Grau führt zu einer einzigartigen Idylle. Die Ruhe im Vergleich zur Busfahrt davor setzt dem ganzen Ort noch die Krone auf. Es ist fast schon ironisch, wenn man darüber nachdenkt, dass ein paar alte Steine so ein Gefühl der Entspannung und der Geborgenheit geben können.
Zu lange kann ich aber auch nicht nachdenken, denn die Reise geht weiter. Wieder im Bus fängt das Wetter an, die Klischees zu erfüllen. Es beginnt zu regnen. Es wird grau und diesig.
Culloden Battlefield
Die Geschichte Schottlands ist alles andere als pazifistisch. So kam es im Jahr 1746 während des zweiten Aufstandes der Jakobiten zur Schlacht bei Culloden. Der Ort, an dem Schottlands Unabhängigkeit endgültig und blutig verloren ging, ist mittlerweile nur noch eine große grüne Wiese, die durch den Regen jetzt eine besonders saftig grüne Wiese wird.

Auf dem Areal steht aber auch ein einzelnes Haus. Ein kleines, feines, aber unscheinbar schönes Haus, dessen Schönheit nur durch seine Lage an diesem Ort bedrückt wird.

Nach dem Ausflug der Geschichte geht es schnell wieder weiter. Seit den Clava Cairns befinden wir uns schon nicht mehr in den Lowlands, sondern in den Highlands. Das merke ich noch nicht. Jetzt geht es weiter durch die Highlands, bis wir durch den Cairngorms National Park fahren. Und ja, die Natur der letzten Tage war sehr schön, aber ich habe die wundervolle Vermutung, dass es morgen und übermorgen nochmal viel besser wird. Bis dahin sitze ich einfach weiter im Bus und schaue gebannt aus dem Fenster und lasse mich Meter für Meter weiter verzaubern.
Newtonmore
Mitten im Nationalpark liegt Newtonmore. Ein kleines Örtchen mit nicht mal tausend Einwohnern. Dafür gibt es im Ort eine große Anzahl an kleinen wunderschönen Häuschen, die perfekt in die Gegend passen. Und dann gibt es da noch unser Hotel. Wobei das Highlander Hotel eher den Charme eines 70er-Jahre-Landschulheims hat. Der Vergleich zu den vorherigen Hotels ist aber auch gigantisch unfair. Und ehrlicherweise finde ich es auch so schön und vor allem eins: gemütlich.


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5,00 €
Die Reise erfolgte im Juli 2017



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