A woodland clearing with tall bare trees, fallen leaves, and a large wooden cross.
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Wanderlust in Freiburg: Natur und Kultur erleben

Geschrieben vom

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Die Sonne scheint. Der Himmel ist frei. Das erste Grün kommt langsam wieder durch. Der Frühling naht. Endlich wieder! Ich spüre es sofort: Das wird heute ein guter Tag werden. Meine Laune ist auf jeden Fall schon gut. Der graue Winter ist offiziell zu Ende.

Yellow and white trains on railway tracks with buildings and a mountain in the background.
Das wird einfach ein toller Tag!

Direkt am Bahnhof steht die katholische Kirche Herz Jesu, die mich irgendwie direkt anlächelt. Vielleicht ist es aber auch weniger die Kirche als das ganze strahlende Grün vor der Kirche, das mich anlächelt. Denn der grüne Rasen der Natur war in den letzten Monaten mehr grau als grün.

Reddish-brown stone church with twin green-tiled spires, partially obscured by bare trees in a park.
Ein Lächeln am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen

Auch der Stadtkern von Freiburg steigert sich langsam. So ist der Anfang noch recht ruhig, weitläufig und natürlich und so gar nicht großstädtisch. Ich bin in einer Großstadt, fühle mich aber wie in einer Kleinstadt. Genau das liebe ich so an Freiburg.

The Archäologisches Museum building with pink flags and a small wooden stage in front.
Große Kleinstadt

Der Zeitpunkt meiner Reise ist jetzt, wo ich in den Straßen Freiburgs stehe, vielleicht doch nicht der sinnvollste gewesen. Denn es ist der Sonntag vor Rosenmontag. Und Freiburg ist Fasnet Stadt. Die ganze Stadt ist in Aufruhr, alles ist laut und die berühmten Bächle sind mit Konfetti gefüllt und nicht mit Wasser. Für die „grüne Stadt Freiburg“ liegt heut ziemlich viel Müll auf den Gassen.

A narrow street with a Wallgraben Theater banner, a stone water channel, and a cathedral spire.
Helau, Alaaf und Ahoi!

Der ganze Trubel in der Stadt verdeckt aber trotzdem nicht, dass Freiburg eine wunderschöne kleine Stadt ist mit ganz vielen schönen Straßen und ganz vielen schönen Häusern. Ich mag es hier einfach, selbst wenn das Wetter jetzt wieder grau und trist ist.

Medieval Martinstor gate tower with a clock face and spire above a city street.
Das Tor zu einer besseren Welt

Freiburg ist vor allem für eine Sache bekannt. Eine Kirche. Eine sehr große Kirche. Das Freiburger Münster gilt als ein Meisterwerk der gotischen Kirchenarchitektur. An sich liebe ich es ja, an Sonntagen zu verreisen. Der einzige Nachteil: Gottesdienste. Bevor ich also die Kathedrale von innen betrachten kann, schlendere ich noch etwas durch die Fasnetshochburg.

Low-angle view of a red sandstone Gothic cathedral with intricate spires under a cloudy sky
Ein Hoch auf die äußeren Werte!
Ornate red historic building with statues, turrets, and a balcony above an arched walkway.
Im Schatten des Münsters

Um die Zeit und das Warten sinnvoll zu nutzen, setze ich mich in den Stadtgarten und genieße mein Frühstück. Ich merke auch hier, dass der Frühling naht. Denn meine Lieblingsblumen kommen wieder zum Vorschein. Ich bin kein Experte für Blumen und Botanik, war auch nie mein bestes Fach im Studium, aber es gibt wenige Dinge, die mich so glücklich machen wie ein schönes Schneeglöckchen. Die weißen Blumen stehen für so viel, das lässt sich gar nicht in Worte fassen.

A cluster of white snowdrop flowers blooming among long green leaves
You can’t cling to the past. Because no matter how tightly you hold on, it’s already gone.
A female mallard duck swimming on a pond, creating circular ripples in the water
Ente gut, alles gut

Gestärkt geht es wieder für mich durch die schöne Freiburger Altstadt. Es mag zwar laut sein, aber selbst Layla im Hintergrund kann dieses schöne Stadtbild nicht trüben. Freiburg ist einfach eine schöne Stadt.

Narrow cobblestone street in an old town with a historic building labeled 'Wirtschaft Zur Wolfsh'.
Einfach schee!

Das Freiburger Münster hat mittlerweile auch geöffnet. Und was soll ich sagen. Es ist nicht nur von außen imposant, sondern auch von innen. Die große Darstellung des Abendmahls gefällt natürlich mir und hilft mir weiter bei meiner Suche nach dem Heiligen Gral.

Gothic cathedral interior with high vaulted ceilings, stone arches, and rows of wooden pews
Ganz kleine Kirche
Religious sculpture showing John the Apostle leaning on Jesus, who holds a chalice.
Gefunden!

Ich liebe es ja, in der Natur unterwegs zu sein, und mit weiten Strecken laufen habe ich ja auch kein Problem (man denke an die 44 km in München an einem Tag). Die Frage ist also, warum ich noch nie das richtige Wandern für mich entdeckt habe. Das wäre ja genau das Richtige für mich. Vielleicht, weil ich dachte, die Alpen sind zu weit weg für einen Tagesausflug und man kann nur da Wandern. Und ohne Auto ging es mit dem Zug immer nur in die großen Städte. Aber auch in den Städten bin ich immer lieber durch die Parks spaziert als durch die vollen Straßen. Und spätestens seit Bled weiß ich, wie schön es auf den Bergen in der freien Natur ist. Also, warum habe ich so lange das Wandern für mich nicht entdeckt? Ich weiß es ehrlicherweise nicht. Ich weiß nur, dass ich eines Tages im Bett lag und eine Eingebung mit meiner Liebe zum Wandern hatte. Zeit, die Theorie des Bettes in die Praxis umzusetzen. Das Schöne an Freiburg ist, dass es direkt am Berg in der schönen Natur des Breisgaus liegt. Also, auf geht’s nach oben!

Eine Steigung ist natürlich immer anstrengend und meine Kondition darf gerne noch besser werden, aber die Aussicht auf Freiburg lohnt sich schon direkt.

Elevated view of Freiburg cityscape featuring the tall spire of Freiburg Minster.
Diese Aussicht

251 Stufen auf der Salzbüchsletreppe später merke ich, dass meine Kondition besser sein könnte, aber auch gar nicht so schlecht ist, wie ich dachte. Den Schlossbergturm besteige ich nicht. Ich will ja in den Wald, um meine Ruhe zu haben und um den Menschenmassen zu entfliehen. Am Anfang des Waldes treffe ich noch vereinzelt immer wieder Menschen auf dem Weg. Mit jedem Schritt im Wald wird es ruhiger. Und mit der Ruhe zieht der Frieden ein.

Two people sit on a bench between large bare trees overlooking a distant valley.
Das Leben kann so schön sein.
A woodland clearing with tall bare trees, fallen leaves, and a large wooden cross.
Kein Berg ohne Kreuz
Moss-covered stone structure in a forest with ground covered in dry autumn leaves.
Die Spuren der Zivilisation

Spätestens seit der einen Kreuzung bin ich jetzt alleine im Wald. Herrlich! Es gibt nichts Schöneres, als alleine durch die Schönheit der Natur zu wandern. Selbst wenn es an der einen oder anderen Stelle anstrengend ist, so gibt die Natur mir genügend Kraft, dass ich kaum erschöpft bin. Den ein oder anderen Halt lege ich natürlich trotzdem ein. Manchmal gibt es auch nichts Schöneres, als auf einer Bank zu sitzen und gar nichts zu tun.

Forest path winding through tall trees with a fallen trunk hanging overhead.
“In the woods, we return to reason and faith. There I feel that nothing can befall me in life,—no disgrace, no calamity, (leaving me my eyes,) which nature cannot repair.”*
― Ralph Waldo Emerson, Nature

Ein wirkliches Ziel habe ich nicht. Aber das brauche ich auch nicht. Ich lasse mich einfach treiben.

A narrow dirt path winding through a dense forest of tall evergreen trees.
„The clearest way into the Universe is through a forest wilderness.“ – John Muir

„Man reist ja nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen.“

Johann Wolfgang von Goethe

Und wieder eine neue Kreuzung. Die einzigen Menschen, die ich treffe, sind Mountainbiker. Die haben hier natürlich ihren Spaß. Es geht wieder für mich aufwärts. Und gleichzeitig brennt in mir das Verlangen, an meiner Kondition zu arbeiten, damit ich das in Zukunft noch viel mehr genießen kann!

Fork in a forest trail with a small wooden shelter and three diverging dirt paths.
Every step you take
I’ll be watching you

737 Meter. So hoch ist der Roßkopf. Jetzt, wo ich hier oben stehe, kommt mir das gar nicht so hoch vor. Trotzdem kann ich nicht sagen, dass ich das nicht in meinen Beinen spüre. Und dann gibt es noch den Friedrichsturm. Das ist ein 35 Meter hoher Aussichtsturm. Die Treppenstufen ziehen zwar in den Beinen. Die Aussicht lohnt sich aber umso mehr. Ich stehe alleine auf dem Turm. Ich spüre den kalten und starken Wind in meinen Haaren und erlebe das schönste aller Gefühle – das Gefühl der Freiheit. Die Aussicht über das Ländle ist einfach schön.

Aerial view of a green valley with small towns surrounded by forested mountains under cloudy skies
Freiheit

Durch die Schönheit des Waldes geht es dann für mich zurück Richtung Innenstadt. Ich genieße den Rückweg fast mehr als den Hinweg. Ich habe meine Ruhe und meinen Frieden gefunden, das ändert auch keine Party in der Innenstadt mehr. Ich habe gelernt, dass ich auf meine Eingebungen öfter hören sollte. Denn sie machen mich wirklich glücklich. In Zukunft werde ich öfter wandern gehen. Und wenn Du willst, darfst Du davon in Zukunft noch viel mehr lesen und sehen.

Die Reise erfolgte im Februar 2023

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