Historic red brick Gothic gate and round tower with a half-timbered building labeled Torcafé
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Heimkehr und Fazit – Interrail Tag 24

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Pünktlich um halb eins kommt der Rest meines Zimmers von seiner Partynacht. Hostels werde ich so schnell nicht vermissen. Pünktlich um 5:20 Uhr klingelt der erste Wecker. Na, wenn die Person nicht auch den Zug um 6:25 Uhr nach Berlin nehmen will. Ich bleibe noch etwas liegen, ehe ich mich auf den Weg mache. Als ich um 5:45 Uhr das Hostel verlasse, liegt meine Zimmernachbarin noch immer im Bett und der 3. Snooze-Alarm beginnt. Ich verlasse mein Prager-Hinterhof-Hostel und mache mich auf den Weg zu meinem letzten Tag. Ich weiß, dass es mein letzter Tag ist. Verstanden und verarbeitet habe ich es nicht. Ich laufe entspannt durch das verregnete Prag und weiche den Pfützen aus. Im Gegensatz zu gestern muss ich nicht rennen, nur meinen Rucksack tragen. Und während meine Füße einen Schritt nach dem anderen machen, ist mein Kopf in Gedanken. Kann es wirklich schon mein letzter Tag sein? Warum kann ich nicht ewig auf Reisen sein?

Der Bahnsteig ist gut gefüllt. Der Bahnsteig wurde natürlich wieder erst kurz vor der Abfahrt bekannt gegeben. Die angezeigte Wagenreihung stimmt natürlich nicht. Und so endet meine Interrailreise wieder in einem 6er-Abteil. Dort, wo sie auch begonnen hat.

Durch Nacht und Nebel geht es entlang der Moldau. Im Euro City habe ich in Tschechien unbegrenzt Datenvolumen, in Deutschland maximal 200 MB pro Tag. Der Empfang lässt nach der Grenze auch nach. Das ist egal, das Elbtal lenkt alle Blicke auf sich. Im Gegensatz zu Rhein oder Mosel finde ich hier weniger Wein, aber dafür mehr Wald oder dunkles Gestein.

In Berlin steige ich dann in einen Regionalexpress um. Es geht durch Brandenburg. Natürlich ohne W-LAN im Zug und natürlich mit keinerlei Empfang. Wie sehr ich Brandenburg liebe.

Mein Ziel: Neubrandenburg. Ich war schon dutzende Male in der Stadt. Aber noch nie mit Kamera*. Und bevor ich zu meiner Familie fahre, möchte ich ein letztes Mal durch eine Stadt wandern und staunen. Selbst wenn ich mich etwas schlecht fühle, als kompletter Touri durch meine Halbheimat zu laufen. Aber die Stadt ist wirklich schön, nur kennen viele sie gar nicht. Zeit, das zu ändern!

Bekannt ist die Stadt als die 4-Tore-Stadt. Die große historische Stadtmauer ist fast komplett erhalten und bekannt für die 4 Stadttore, die auch noch vollkommen stehen und wunderschön aussehen.

Historic red brick Gothic gate and round tower with a half-timbered building labeled Torcafé
Und eins
Historical red brick tower and stone wall along a cobblestone path
Und zwei
Ornate medieval Brick Gothic city gate with four decorative gables and a pointed archway.
Und drei
Historic red brick town gate with a stepped gable and large arched entrance.
Und vier

Besucher finden aber nicht nur Tore an der Stadtmauer. So stehen von den ursprünglich 57 Wiekhäusern mittlerweile noch beziehungsweise wieder 25. Wiekhäuser sind kleine Fachwerkhäuschen, die zur Verteidigung der Stadt dienten. Heute sind sie Museum, Restaurant oder Büro. Die Schönheit des Fachwerks bleibt erhalten.

Half-timbered houses integrated into an ancient stone wall along a narrow paved lane
Die Bewacher der Stadt
A traditional half-timbered house with a tiled roof behind a high stone wall.
Tiny houses sind ja gerade im Trend

Nicht unerwähnt darf der Fingelturm bleiben. Der kleine Turm der Stadtmauer diente lange als das Gefängnis der Stadt.

Medieval red brick tower and arched gatehouse surrounded by green trees under an overcast sky
The infamous tower of London… eh Neubrandenburg

Kirchen gibt es in der Stadt natürlich auch ein paar. Die zwei wichtigsten möchte ich kurz erwähnen. Da gibt es zum einen die Sankt-Johannis-Kirche, die sich neben dem Regionalmuseum befindet, und es gibt die Marienkirche, die als Konzertkirche genutzt wird.

Historic brick building with a spire and modern weathered steel posts under an overcast sky.
Johanniskirche, Regionalmuseum und künstlerischer Mauerneubau
Red brick Gothic church with a tall spire and orange tiled roof behind green trees.
Es gibt schlechtere Konzerthäuser

Aber auch die schöne Natur um die Mauer herum darf an diesem wunderschönen Herbsttag nicht unerwähnt bleiben, ehe meine Reise alleine durch Europa offiziell endet.

A grassy clearing surrounded by trees in early autumn, viewed from behind a stone wall.
Die grüne Mauer
Bright sunlight filtering through mature trees in a park during early autumn.
Eine letzte Ruhe
Black and white overhead view of fallen oak leaves scattered across a cobblestone path
It’s time to say goodbye, but I think goodbyes are sad and I’d much rather say hello. Hello to a new adventure.

Die Reise ist gerade erst geendet und ich vermisse es jetzt schon wieder. Aber wenn eine Reise endet, fängt die nächste Reise zum Glück schon wieder an. Also, auf ins nächste Abenteuer.

24 Tage Interrail – Statistiken

Tage unterwegs24
Bereiste Länder8
Bereiste Orte42
Zugfahrten50
Gefahren Kilometer im Zug5.612
Zeit in Zügen3 Tage 4 Stunden 20 Minuten
Zurückgelegte Schritte548.728
Durchschnittliche Schritte pro Tag22.863
Gelaufene Kilometer391,64
Durchschnittliche Kilometer pro Tag16,32

24 Tage Interrail – Mein Fazit

So und was ist jetzt mein Fazit der Reise und was war mein Höhepunkt? Genau das hat mich mein bester Freund gefragt und das habe ich ihm geantwortet:

Lass mich erst einmal in der Gänze etwas Revue passieren. Also ja, erst mal war es am Anfang sehr anstrengend, aber im Laufe der Zeit hat man eine Routine. Ich dachte ja, ich würde nie so lange durchhalten, aber jetzt denke ich, es könnte noch ewig weitergehen. Gut, Zeit und Geld sehen das etwas anders. Und gute Hostels sind so unglaublich wichtig und lieber sich einen Standort suchen und von da viele Ausflüge machen und so vielleicht etwas länger in der Bahn sitzen, als immer den Rucksack mit dabei haben und jede Nacht woanders sein.

So, zu meinen Highlights: Boah, was für eine schwere Frage, die sich gar nicht so leicht beantworten lässt. Ich habe ja so viel erlebt und bin schon bei meiner 2. Speicherkarte.

Aber Platz 1 hat definitiv das Kloster Admont mit seiner Bibliothek. Die war ja schon lange ein Traum von mir und es war fast noch schöner als gedacht. Slowenien ist als Land definitiv eine kleine, schöne Perle der Natur. Italien hat mein Herz aber auch noch mehr erobert als ohnehin schon. Diese Unendlichkeit an Kultur und Geschichte. Und das Essen! Die Bibliothekserlebnisse in Rimini und Ravenna waren auch besonders. Oder der Sonnenuntergang in Triest. Und Venedig war wirklich traumhaft. Aber auch Pakostane war einzigartig in mehreren Dingen. Prag ist eine schöne Stadt, aber ehrlicherweise etwas overrated. Aber eigentlich habe ich jeden Tag schöne Momente gehabt und einen wirklich schlechten Tag gab es nie. Jeder Tag war wirklich einzigartig und schön! Aber du kennst mich. Kaum ist eine Reise fast vorbei, da freue ich mich schon auf die nächste Reise. Das waren ja nur 3 Wochen. Denn Heimweh kenn ich nicht – nur Fernweh.

Der Sehnsuchtsbummler

Die Reise erfolgte im Oktober 2022

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