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Historische Entdeckungen in Oberfranken: Eine Reise durch die Geschichte

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Coburg

Ein einsames Mufflon begrüßt mich. Es trottet durch einen kleinen Wald vor sich hin. Uns trennt nur ein Zaun. Nach und nach kommen mehr Tiere dazu. Etwas Damwild ist jetzt auch dabei. Der Wald grenzt an das Jagdschloss Callenberg. Das Schloss ist nicht groß und auch nicht wirklich besonders. Ein kleines Jagdschloss, so wie Dutzende in Deutschland. Das Besondere ist die Flagge des Schlosses. Sachsen-Coburg und Gotha. Jenes Adelsgeschlecht, was es bis an den belgischen Thron und durch die Hochzeit von Prince Albert und Königin Victoria auf den britischen Thron schaffte. Zumindest solange, bis es 1917 zum Haus Windsor wurde.

Ein Mufflon steht in einem kleinen Wald, umgeben von Bäumen und Herbstblättern.
Guten Morgen
Blick auf die Veste Coburg mit einer massiven Steinmauer und einem hohen Turm, umgeben von Bäumen und Gras. Im Hintergrund weht eine Flagge.
Ein kleines Schloss mit großer Geschichte
Innerer Bereich eines historischen Schlosses mit einer steinernen Treppe und einem Brunnen. Efeu rankt an der Wand. Die Architektur ist mittelalterlich und zeigt Fenster im gotischen Stil.
Royales Innenleben

Etwas später stehen wir vor der nächsten Mauer. Die dicke Mauer der Veste Coburg begrüßt uns. Diese Mauern sind dicker. Wesentlich dicker. Es handelt sich hierbei auch um eine mittelalterliche Burg. Das ist kein kleines Jagdschloss mehr. Diese Burg war ein Zweckbau. Ein schöner Zweckbau aber! Auch wieder mit Bezügen zur großen Geschichte. So lebte Martin Luther einst in der Veste für ein halbes Jahr und hat in dieser Zeit Dutzende Werke verfasst und Teile des Alten Testaments übersetzt.

Blick auf die mächtige Veste Coburg mit ihrer dicken Steinmauer und Türmen, umgeben von Bäumen und einem bewölkten Himmel.
Etwas dickere Mauern
Mittelalterliche Burg mit Steinfassade und spitzem Dach, umgeben von Bäumen und einer grünen Wiese.
Schönes Innenleben
Eine historische Burg mit einem Mix aus Fachwerk und Steinarchitektur. Im Vordergrund ein Gartenbereich mit Bäumen und Bänken, im Hintergrund die Burg mit Spitzdächern und modernen Elementen.
Fachwerk darf nie fehlen

Wenig später und wir stehen am Schlossplatz in Coburg. Uns hält es nicht lange unten. Denn neben dem Schlossplatz ist ein kleiner Park, der etwas höher liegt. Die Treppenstufen nehmen wir gerne in Kauf. Dafür werden wir mit einer schönen Aussicht auf den Schlossplatz belohnt. Zur Linken thront Schloss Ehrenburg. Der Herrschaftssitz der Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha. Königin Victorias Mann und seine Mutter sind dort groß geworden. Und auch die von mir so verehrte Königin Victoria besuchte öfters das Schloss. Zur Rechten thront das Landestheater und der Palais Edinburgh. Den schottischen Einfluss sehe ich nur nicht.

Panoramablick über den Schlossplatz in Coburg mit dem Schloss Ehrenburg und dem Landestheater, umgeben von Bäumen und historischen Gebäuden unter einem bewölkten Himmel.
Windsor ist, glaube ich, nur etwas größer
Blick auf den Schlossplatz in Coburg mit dem Landestheater und angrenzenden Gebäuden, umgeben von einem Kiesplatz und leicht bewölktem Himmel.
Sind wir jetzt in Schottland?

Weiter geht es in die Altstadt von Coburg, die sich auch auf keinen Fall verstecken muss. Es ist eine wunderschöne kleine, aber feine historische Altstadt. Sie gibt ein harmonisches und ruhiges Stadtbild ab. Sie wirkt fast schon etwas britisch. Aber vielleicht interpretiere ich da auch nur zu viel hinein und es ist nur Wunschdenken meinerseits.

Blick auf ein historisches Gebäude in Coburg mit gotischen Elementen und einem steilen Dach.
Einfach schön
Die Fassade einer historischen Kirche in Coburg mit zwei Türmen, die eine Uhr zeigen. Ein grauer Lieferwagen steht vor dem Eingang, während der Himmel mit Wolken bedeckt ist.
Keine Altstadt ohne historische Kirche
Marktplatz in Coburg mit bunten Ständen, Menschen und historischem Gebäude im Hintergrund unter einem bewölkten Himmel.
Rathaus mitsamt Albertstatue

Kronach

Es geht weiter für uns nach Mödlareuth. Zumindest solange, bis wir ein braunes Schild am Rande der Autobahn entdecken. Kronach steht dort drauf. Das Bild auf dem Schild überzeugt uns. Wir sind gut in der Zeit und lassen uns spontan inspirieren. Bei der Einfahrt in die Stadt merken wir, dass wir nicht enttäuscht werden. Es ist die richtige Entscheidung. Oben über der Stadt thront wieder eine Festung. Die Festung Rosenberg. Auch die ist eine schöne mittelalterliche Festung. Viel schöner ist der Ausblick von der Festung hinab auf den Ort und fränkische Weite.

Blick auf die Veste Coburg mit historischen Gebäuden und grünen Wiesen im Vordergrund unter einem teilweise bewölkten Himmel.
Kennen wir uns?
Detailaufnahme eines historischen Gebäudes mit markanten Türmen und Mauerwerk, unter einem klaren blauen Himmel.
Festungsreise Teil 2
Panoramaansicht auf die Stadt Coburg mit grünen Hügeln im Hintergrund und historischen Gebäuden im Vordergrund. Der Himmel ist teilweise bewölkt.
Einfach herrlich

Kronach selbst ist ein unfassbar schöner Ort. Kleine Gassen, viel Fachwerk, ein schöner Marktplatz und ganz viele alte Steinbauten, so wie die Kirche des Ortes. Und das Schönste ist, dass es nicht überlaufen ist. Trotz braunem Schild ist der Ort kein Tourismusmagnet. Einen Abstecher ist der Ort, der auch Geburtsort von Lukas Cranach dem Älteren ist, auf jeden Fall wert!

Blick auf einen historischen Platz in Coburg, umgeben von traditionellen Fachwerkhäusern, mit einer Statue und Fahnen im Vordergrund.
Einfach nur schön!
Blick auf den Turm einer Kirche in Coburg, umgeben von historischen Gebäuden und einem Platz mit Tischreihen.
Zeitreise

Mödlareuth (Tannbach)

Mit freudiger Verzögerung erreichen wir Mödlareuth. Ein kleines Dorf mit 50 Einwohnern am Rande Bayerns. Ehrlicherweise sogar fast am gefühlten Ende der Welt. Was verschlägt uns in diesen kleinen Ort? Viele Menschen kennen den Ort unter dem Namen Tannbach. Denn so lautet der Name eines ZDF-Dreiteilers*, der die Geschichte des Ortes widerspiegelt. Der kleine Ort liegt in zwei Bundesländern. Bayern und Thüringen. Getrennt wird Mödlareuth durch den Tannbach. Ein kleines Rinnsal, nicht viel breiter als mein Fuß. Was heute kein Problem mehr ist, war vor 60 Jahren ein sehr großes. Damals war der Tannbach nicht nur Grenze zwischen Bayern und Thüringen, sondern zwischen BRD und DDR. Zwischen Marktwirtschaft und Sozialismus. Zwischen Freiheit und Unrechtsstaat. Das Konzept der innerdeutschen Teilung ist schon absurd genug, besonders für mich mit Jahrgang 2000. Aber umso absurder ist es, wenn man sich dieses kleine Rinnsal ansieht. Mittlerweile ist Mödlareuth wieder zusammengewachsen. Die Felder sind bundesdeutsche Felder und die Bäume bundesdeutsche Bäume. Keine Westfelder und Ostbäume mehr. Mödlareuth ist ein kleines Dorf mit großer Geschichte. Ein Besuch des Ortes sollte verpflichtend sein, denn in diesem Ort wird die Absurdität der innerdeutschen Teilung so sichtbar wie nirgendwo anders.

Eine weitläufige Wiese mit grünem Gras und Bäumen am Horizont unter einem klaren, blauen Himmel.
Felder der Einheit
Ein kleiner Bach, umgeben von grünen Grasflächen und bunten Pflanzen. Im Hintergrund sind einige Bäume und ein Weg zu sehen.
Die Grenze
Ein Bild des Tannbachs in Mödlareuth mit einem Holzsteg und grünen Bäumen, sichtbar sind auch Reste von Grenzmarkierungen mit bunten Streifen.
Der Blick in den Westen
Eine ruhige Landschaft mit einem Teich, umgeben von Bäumen im Herbst, die gelbe und grüne Blätter tragen. Auf dem Wasser schwimmen Enten, während im Hintergrund Gebäude und eine Straße sichtbar sind.
Frieden
Blick auf einen ehemaligen Grenzposten mit Wachturm, umgeben von einem Zaun und Bäumen.
Überreste des antifaschistischen Schutzwalls
Eine lange Mauer in einem ruhigen Landschaftsbild, umgeben von Wiesen und Bäumen, mit einem kleinen Bach im Vordergrund.
Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten

Wir verlassen den Ort und fahren nach Hof (Saale), wo wir übernachten. Morgen setzen wir unsere Reise durch Oberfranken in Bayreuth fort.

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Die Reise erfolgte im September 2020

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2 Antworten zu „Historische Entdeckungen in Oberfranken: Eine Reise durch die Geschichte“

  1. Avatar von Gisela Benseler

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