Ankunft
Grün. Grün soweit das Auge reicht. Ein kleiner Zwischenhalt mitten im Nichts und ich bin im Paradies. Strahlende Wiesen lächeln mich an. Schon das erste Bild verzaubert mein Herz. 2013 war ich das erste Mal in Irland und es war Liebe auf den ersten Blick. Jetzt ist es 2015 und ich bin wieder auf der Grünen Insel. Diesmal im Rahmen eines Schüleraustauschs. Bei dem Angebot konnte ich einfach nicht nein sagen. Der erste Blick verrät mir, dass ich recht hatte. Zeit für ein zweites Liebesabenteuer.


Mizen Head
Ich bin am Ende der Welt. Weit entfernt von Dublin. Im Südwesten der Irlands. Die Anzahl der Kühe und Schafe überwiegt deutlich die Anzahl der Menschen. Unsere Partnerschule befindet sich in Schull. Schull ist mit 650 Einwohnern eine der größeren Städte der Umgebung. Es ist absolutes Niemandsland. Hier gibt es grüne Wiesen und sonst nichts. Ein Traum!


Ein bisschen mehr gibt es aber doch noch. So gibt es noch die für Irland typischen traumhaften Klippen. So begeben wir uns nach Mizen Head, dem südwestlichsten Punkt Irlands. Laut der Lokalbevölkerung ist Mizen Head mindestens genauso schön wie die sagenumwobenen Cliffs of Moher. Einziger Unterschied. Niemand wirklich niemand kennt Mizen Head. Selbst manche Dubliner haben noch nie von dem Ort gehört, während die Cliffs of Moher selbst im Ausland bekannt sind. Da ich diese noch nicht gesehen habe, kann ich die These zwar nicht bestätigen. Aber Mizen Head ist trotzdem wunderbar. Der Wind weht energisch durch die Haare, das Meer funkelt, die Umgebung leuchtet grün und sanft-raues Meeresrauschen erfüllt meine Ohren.



Grüne Wiesen und Castle Donovan
Kühe auf einer strahlend grünen Wiese. Das ist das Bild, was viele Menschen von Irland haben. Das Bild ist keine falsche Vorstellung, es ist wahr. Wir stehen einsam auf einer grünen Wiese und betrachten ein paar Kühe beim Grasen. Heute ist Wandertag. Wir wandern durch grüne Wiesen, entlang von kleinen Flüssen bis hin zum Castle Donovan. Die Burg ist aber nur noch ein einsamer Turm, der eine halbe Ruine ist. Die Natur ist dafür umso vollkommener und ich bin im Paradies. Irland bleibt weiter tief in meinem Herzen als große Liebe verwurzelt.




Lough Hyne
Neben dem Atlantik hat die Grüne Insel wenig Wasser. Gut außer natürlich Regenwasser. Davon hat Irland mehr als genug. Regen ist ein ständiger Begleiter unserer Reise, wobei irischer Regen oft nicht lange dauert. Er ist nur schnell wieder da. Große imposante Flüsse wie in Zentraleuropa hat Irland keine. Irland hat nicht viele Seen. Die Seen, die es aber hat, sind traumhaft gelegen. Der Lough Hyne an sich ist unscheinbar. Ein kleiner See, auf dem wir Kajak fahren können. Die eigentliche Schönheit umrundet den See. Ein Berg mit traumhafter Aussicht in die Ferne und einem grün vermoosten Zauberwald.




Cork
Neben wunderschönen Wiesen und Klippen hat Irland auch wenige Städte. Etwas weiter weg liegt Cork. Die zweitgrößte Stadt Irlands. Damit wir auch mal etwas anderes als Grün sehen, gibt es auch einen Tagesausflug nach Cork. Wobei außer einem Gefängnis, einer Brücke und einer Kirche die Stadt wenig zu bieten hat. Grau und langweilig. Der irische Regen macht den Eindruck nicht gerade besser. Dann lieber wieder grüne Wiesen.



Baltimore
Meine Haare stehen zum Himmel. Jeder Schritt ist eine Kraftanstrengung. In der Nase kribbelt es. Es ist windig. Sehr windig. Die Wellen krachen lautstark gegen die Klippen. Die Schreie der Möwen verschleiern in Wind und Wellengetöse. Ich stehe an den Klippen Baltimores. Eigentlich wollten wir mit einer kleinen Fähre nach Cape Clear Island. Das fällt leider aus. Der Wind ist zu stark. Jetzt stehen wir an einer Klippe und genießen die malerische Aussicht. Ich genieße den Wind in meinen Haaren und das Gefühl der Freiheit.



Der schönste Strand Irlands
Es ist eine der letzten Abende des Schüleraustausches. Trotz Erfüllung und Glückseligkeit setzt bei mir langsam etwas Wehmütigkeit ein. Ein Teil der Gruppe entscheidet sich spontan zu treffen. Wir fahren nach Crookhaven. Ein Dorf mit circa 60 Bewohnern. 60 Einwohner mit einer unfassbaren Lange. Crookhaven bildet eine Mini-Halbinsel. Auf der einen Seite eine kleine Bucht, wo man manchmal sogar Delfine sehen kann und auf der anderen Seite der weite Atlantik. Dazwischen ein paar Häuser, Wiesen, schöne Steine und auch mal eine Kuh. Wir laufen zum Strand. Mitten durch’s Feld. Der Strand ist nicht einmal ein richtiger Strand. Und trotzdem ist er der schönste Strand Irlands. Einfach, weil der Moment perfekt ist. Die Sonne geht langsam unter, alles leuchtet gülden und ich liebe einfach Sonnenuntergänge. Es ist ruhig, etwas Wind weht und wir genießen einfach den Moment. Anfangs ärgere ich mich, dass ich mein Handy zu Hause gelassen habe, um die Schönheit des Moments einfangen zu können. Schnell verwerfe ich den Gedanken und genieße einfach den Moment. Eine Mitschülerin macht ein paar Fotos und ich bin beruhigt, dass ich eine Erinnerung an den schönsten Strand Irlands – meiner großen Liebe – habe.
Die Kirsche auf der Sahnehaube ist ein Regenbogen, der erscheint. Einen Kobold und einen Topf voll Gold finde ich zwar nicht, dafür Glück und Zufriedenheit.

All my life, though some have changed (ooh)
Some forever, not for better
Some have gone and some remain (ooh)

With lovers and friends, I still can recall
Some are dead and some are living
In my life, I′ve loved them all

There is no one compares with you (ooh)
And these memories lose their meaning
When I think of love as something new (ooh)

For people and things that went before
I know I′ll often stop and think about them
In my life, I love you more

For people and things that went before
I know I’ll often stop and think about them
In my life, I love you more

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5,00 €
Die Reise erfolgte im März 2015



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