| Vollständiger Name | Aachener Dom |
| UNESCO-ID | 3 |
| Land | Deutschland |
| Jahr der Einschreibung | 1978 |
| Typ | Weltkulturerbe |
| Kategorien | I, II, III, IV, VI |
Galerie zum Aachener Dom






Der außergewöhnliche universelle Wert des Aachener Doms
Offizieller Text der UNESCO
Es ist die Pfalzkapelle Kaiser Karls des Großen selbst, die den Kern des Aachener Doms im Westen Deutschlands bildet. Der Bau der Kapelle zwischen 793 und 813 symbolisiert die Vereinigung des Westens und dessen geistige und politische Wiederbelebung unter der Schirmherrschaft Karls des Großen. Ursprünglich von den Kirchen im östlichen Teil des Heiligen Römischen Reiches inspiriert, wurde der achteckige Kern im Mittelalter prächtig erweitert. Im Jahr 814 wurde Karl der Große hier beigesetzt.
Karl der Große machte den fränkischen Königshof von Aachen, der bereits seit dem ersten Jahrhundert als Kurort diente, zu seiner Lieblingsresidenz. Die Hauptgebäude des Kaiserpalastkomplexes waren die Krönungshalle (aula regia – im heutigen Rathaus untergebracht) und die Palastkapelle – der heutige Aachener Dom. Die Pfalzkapelle basiert auf einem achteckigen Grundriss, der von einem Seitenschiff und darüber liegenden Tribünen umgeben und mit einer Kuppel überdacht ist. Dem Altar zugewandt saß der Kaiser auf der Empore; der karolingische Steinthron war vom Mittelalter bis 1531 der Krönungssitz der Könige des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die Kapelle selbst ist aufgrund ihrer unverwechselbaren Struktur leicht von späteren Anbauten zu unterscheiden. Ein Atrium an der Westseite und ein Portikus führten zu den kaiserlichen Gemächern. Der gotische Chor und eine Reihe von Kapellen, die im Laufe des Mittelalters hinzugefügt wurden, schufen das vielschichtige Gesamtbild, das den Dom prägte.
Der Innenraum wird im Untergeschoss durch Rundbögen geprägt, die auf acht mächtigen Säulen ruhen, und im Obergeschoss durch eine Empore mit acht karolingischen Bronzetüren. Die hohe Kuppel wird durch acht offen gewölbte Fenster oberhalb des Trommels mit Licht versorgt; ursprünglich war sie vollständig mit einem großen Mosaik bedeckt, das den thronenden Christus in purpurfarbenen Gewändern und umgeben von den Ältesten der Apokalypse darstellte. Das heutige Mosaik stammt aus den Jahren 1880/1881. Das Innere der Kapelle wird durch antike Säulen geschmückt, die Karl der Große vermutlich aus Rom und Ravenna herbeischaffen ließ. Trotz der späteren Anbauten bildet die Pfalzkapelle einen homogenen Kern.
Der Aachener Domschatz gilt als einer der bedeutendsten kirchlichen Schätze Nordeuropas; zu den bedeutendsten Bestandsstücken zählen das Lotharkreuz (um 1000 n. Chr.) aus Gold und mit Edelsteinen besetzt, die dunkelblaue Samtkasel mit Perlenstickerei, eine Reliquienbüste Karls des Großen aus Silber und Gold sowie ein mit einem Relief der Entführung der Proserpina verzierter Marmorsarkophag, in dem einst der Leichnam Karls des Großen ruhte.
Meine Bewertung des Aachener Doms
Der Aachener Dom ist nicht der schönste Dom in Deutschland. Aber er ist der bedeutendste Dom in Deutschland, wenn nicht sogar der bedeutendste Dom Zentraleuropas. Karl der Große ist einer der bedeutendsten Europäer jemals. Er wird nicht ohne Grund pater europae genannt. Die historische Signifikanz dieses Ortes lässt sich gar nicht oft genug betonen. Das Heilige Römische Reich hat hier einen seiner Ursprungsorte. Daher ist der Dom auch direkt 1978 als erstes deutsches Welterbe eingetragen worden. Das prunkvolle Gold in der Domschatzkammer ist einzigartig und auch die bunten Fenster und Mosaike verzaubern beim Besuch. Der Dom ist kleiner und weniger imposant als der Kölner Dom, aber für die Geschichte umso bedeutsamer.
Auch für die Kirche ist der Dom bedeutend. Der Marienschrein wird nur alle 7 Jahre zum Pilgerfest geöffnet und enthält vier der bedeutendsten Reliquien des Katholizismus: die Windel Jesu, Jesu Lendentuch, das Kleid der heiligen Mutter Maria und das Enthauptungstuch Johannes des Täufers.
Meine Bewertung als Reiseziel
Meine Bewertung des UNESCO-Welterbes im Kontext der außergewöhnlichen universellen Bedeutung
Links zum Aachener Dom
UNESCO: Aachen Cathedral – UNESCO World Heritage Centre
World Heritage Traveller: Aachen Cathedral: UNESCO World Heritage Site Travel Guide
Offizielle Internetseite: Aachener Dom – UNESCO Welterbe
Walter Maas: Der Aachener Dom*
Matthias Becher: Karl der Große*

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