Langsam gewöhne ich mich an mein neues Leben und der Alltag in den Hostels wird zur Gewohnheit. Die Füße tun immer noch weh, aber das ist normal. Ich fahre mit der Straßenbahn bis zum Wiener Hauptbahnhof und nach guten zwei Stunden erreiche ich am Morgen Budapest. Schönste sozialistische Plattenbauarchitektur begrüßt meine Ankunft.
Budapest
In guter osteuropäischer Manier sind die U-Bahn-Stationen im tiefen Untergrund, aber dafür schön anzusehen. Deutlich weniger elegant und deutlich komplizierter ist dafür die ungarische Sprache. Hier versuche ich mich lieber nicht in der Aussprache.
Budapest ist unter anderem für seine vielen Bäder bekannt. In der Stadt gibt es 21 Bäder, wovon 10 ein Heilbad sind. Meine Badelust hält sich in Grenzen und so besuche ich sie nur von außen.

Im wunderschönen Budapester Stadtpark gibt mehr, als nur Bäder. So gibt es Seen, die Burg Vajdahunyad, einen Ballon und ganz viel Natur.


By giving you no time instead of it all
‚Til the pain is so big you feel nothing at all
A working class hero is something to be

An dieser Stelle möchte ich auch einmal ein Loblied auf Europa singen. Die europäische Idee von Frieden, Freiheit und Freizügigkeit ist eine der besten politischen Ideen in der Geschichte. Der europäische Gedanke hat diese Reise erst möglich gemacht. Europa ist mehr als nur ein Brüsseler Bürokratie-Wahnsinn. Es ist ein Lebensgefühl und ein ganz tolles sogar. Vollkommen zu Recht wird Konrad Adenauer im Budapester Stadtpark mit einer Statue und einem ganz weisen Zitat gedacht.
„Die Einheit Europas war ein Traum von wenigen. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für uns alle.“
– Konrad Adenauer in seiner Regierungserklärung vom 15. Dezember 1954
Den Parkeingang bildet der Heldenplatz. Er erinnert an die Heerführer der sieben Gründungsstämme Ungarns.

Die Budapester Innenstadt ist zu Teilen UNESCO-Welterbe. Bemerkenswert ist dabei die schöne klassische Architektur der Straßen von Pest, dem Budapester Teil östlich der Donau. Die Staatsoper sticht besonders hervor. Ebenfalls weltberühmt ist die Kaffeehauskultur Budapests. Ich verzichte auf den Kaffee und erkunde die Stadt lieber auf eigene Faust.


Ein absoluter Höhepunkt Budapests ist die St.-Stephans-Basilika. Gewidmet ist sie dem Heiligen Stephan, dem ersten König der Ungarn. Ein monumentales Bauwerk ist der Dom ohne Frage, allerdings bin ich noch etwas mit den italienischen Kirchen übersättigt.


Das Schönste an Budapest ist, dass die ganze Stadt schön süß duftet. Der Duft von Kürtőskalács liegt in der Luft. Die riechen übrigens nicht nur sehr gut, sie schmecken auch sehr gut. Gesund sind sie zwar nicht, aber manchmal darf ich auch mal ungesund sein.
Danach geht es zum architektonischen Höhepunkt der Stadt. Das Parlamentsgebäude ist das schönste Bauwerk an der Donau. Die grünen Wiesen vor dem Parlament strahlen in leuchtendem Grün. Und auch das benachbarte ethnographische Museum ist ein schöner Anblick.

Aber auch der Blick über die Donau auf die Budapester Burg, die Kirchen und die Fischerbastion lohnt sich. Und natürlich ist die Donau – der Fluss, der mich 2022 verfolgt hat – an sich auch schon sehenswert.


Über die Freiheitsbrücke geht es für mich über die Donau. Von dort habe ich eine wunderbare Aussicht auf die beiden Städte Buda und Pest. Zur linken liegen die Gellert-Höhlen, die versteckt im Fels ein Kloster beherbergen, und zur rechten die Budapester Burg.



Die Budapester Burg heißt zwar Burg, sieht allerdings nicht aus wie eine klassische Burg. Es ist eher ein Schloss. Das passt auch, denn in unmittelbarer Nähe der Burg sitzt der Präsidentenpalast. Über die aktuelle ungarische Politik schweige ich gezielt.

Nach dem Heiligen Stephan möchte ich noch eine weitere Kirche namentlich benennen. Die Matthiaskirche ist eine wunderschöne spätgotische Kirche, die mit ihrer hellen Fassade im Licht der sich langsam setzenden Sonne wunderbar funkelt.

Der zweitschönste Ort Budapests ist die Fischerbastei. Die Festung aus dem 19. Jahrhundert hat zwar eine militärische Vergangenheit, aber trotzdem ein märchenhaftes Antlitz. Mit hellen Farben und runden Türmen gleicht es einem Disney-Märchenschloss.

Das Ende des Tagesausfluges ist der Blick über die schöne blaue Donau auf das schönste Haus Ungarns.

Im Zug genieße ich einen wunderschönen Sonnenuntergang und die Metamorphose vom leuchtenden aprikosenfarbenen Himmel hin zur dunklen Nacht. Zurück in Wien buche ich meine letzten 4 Nächte. Die Reise ist jetzt durchgeplant. Es sind am Ende nur 24 Tage geworden und kein ganzer Monat, aber mehr dazu an einem anderen Tag. Nach dem anstrengenden Tagesausflug bin ich müde und möchte schlafen. Gute Nacht.
Die Reise erfolgte im Oktober 2022

Gefällt dir der Beitrag?
Dann unterstütze mich und meine Arbeit doch gerne in Form einer Kaffeespende. Ich würde mich wahnsinnig über deine Unterstützung freuen 🙂 Einfach hier klicken!
5,00 €
Bei den mit * gekennzeichneten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Wenn Ihr über diesen Link das Produkt kauft, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch entstehen keine zusätzlichen Kosten. Eine einfache Methode, um mich und meine Arbeit finanziell zu unterstützen. Danke 🙂




Gefällt dir der Beitrag? Dann kommentiere jetzt hier!