Dienstag, 27. September 2022 – Noch 4 Tage
Ich kann nicht mehr. Noch zwei Tage bis zur fünften und letzten Prüfung meines Staatsexamens. Ich bin müde. Seit 11 Wochen lerne ich durchgängig. Und davor das achte Semester, auch kein Zuckerschlecken. Die Wörter meiner Zusammenfassung verschwimmen zu einem Meer aus Buchstaben. Eigentlich müsste ich aufgeregt sein. Ich fühle eine unendliche Leere. Es ist bald vorbei. Der Gedanke hilft. Langsam kommt etwas Vorfreude auf. Nicht auf die Party danach. Dafür bin ich zu müde. Ich freue mich auf den Oktober. Seit Jahren habe ich von einer großen Interrail-Reise geträumt und bald wird dieser Traum wahr. Selbst wenn ich das jetzt noch nicht realisieren kann. In 4 Tagen kann ich das hoffentlich realisieren. Hoffentlich, sonst wird die Traumreise zum Höllentrip. Ich bin optimistisch. Schließlich wird es mein Monat. 31 Tage nur für mich. 31 Tage, an denen ich alleine unterwegs bin. Endlich habe ich Zeit für mich und für das, was ich liebe: Reisen & Schreiben.
Mittwoch, 28. September 2022 – Noch 3 Tage
Freiheit! Ich kann es noch gar nicht fassen, ich bin frei! Ich habe es geschafft! Das zweite Staatsexamen ist bestanden und das sogar wirklich gut! Mein Studium ist offiziell vorbei. Ein Lebensabschnitt ist zu Ende. Mein Glück schwebt noch vor mir, ich kann es nicht begreifen. Es kommt erst die Erleichterung, dann die Vorfreude auf die Reise. Ich freue mich so sehr auf die nächsten Tage, es lässt sich nicht in Worte fassen. Ich bin glücksstumm. Voller Elan ist mein Rucksack gepackt. Einen Rucksack für knapp einen Monat zu packen, ist im Übrigen gar nicht so trivial, wie ich anfangs dachte. Ich hoffe auf Waschmaschinen, keinen Regen und keine Hitze. Ich bin gespannt, wie das enden wird. Der Rucksack kann noch so schwer sein, mit dieser Freude fliegt er so sanft wie eine Feder. Die Lethargie der letzten Tage ist verflogen. Ich bin dem Reisefieber verfallen. Und – enger Terminkalender sei Dank – hat mein flammendes Fieber neues Benzin bekommen. So haben wir (mein Bruder, seine Freundin und ein guter Freund) heute auch die Unterkunft für unseren Urlaub nach New York City im November gebucht. So vieles, was ich bald sehen kann. Das Leben kann so schön sein! Und bald geht es endlich los!
Donnerstag, 29. September 2022 – Noch 2 Tage
Ich kann es immer noch nicht fassen. Die Realität und mein Glück schweben weiter vor mir. Morgen startet mein Abenteuer. Die Vorfreude ist so unendlich groß! Meine Beine und mein Körper fühlen sich trotzdem noch so unfassbar müde an. Und das, obwohl ich das erste Mal seit knapp 3 Monaten ohne Wecker aufstehen konnte. Ich habe auch das erste Mal seit langer Zeit wieder Zeit und Muße, an meinem Blog zu schreiben. Mittags geht es für mich ein letztes Mal an den Campus Riedberg der Goethe-Uni. Zur Feier des Examens und als Vorrat für die nächsten Wochen wird das All-you-can-eat-Sushi geplündert. Im Nachhinein eine dumme Idee. Ich verbringe den Rest des Tages in komatöser postprandialer Schwere. Mit letzter Kraft kann ich die Unterkunft für Tag 1 und 2 buchen. Was ich in drei Tagen mache, sehe ich, wenn es so weit ist. Mit den letzten Wochen in den Beinen und dem Essen im Magen ist die Party für mich eine Tortur. Einige feiern, viele ertränken den Frust über die Hölle der letzten Wochen im Alkohol und ich sitze halb schlafend an der Seite. Warum wollte ich den Zug um zwei Uhr nachts nehmen? Zweimal muss ich dabei umsteigen und die zehn Minuten Zeit dafür bringen mich jetzt schon zur Verzweiflung. Je später es wird, umso müder werde ich. Es ist 21 Uhr und ich verzweifle. Aber ohne Kraft sieht meine Verzweiflung nahezu erbärmlich aus und versinkt in Trägheit. Zum Glück habe ich wundervolle Freunde. Schockiert vom elendigen Anblick, den ich gebe, bietet mir Ronja an, dass ich die Nacht in ihrem Wohnheimzimmer schlafen könne. Und so gehe ich als Erster um 22 Uhr von der Party (so fällt man wenigstens auf). Ich entscheide mich für den Schlaf. Es bringt nichts, wenn ich total übermüdet meine Reise antrete. Ich habe gemerkt, wie anstrengend die 4 Tage in England waren. Jetzt bin ich 4 Wochen unterwegs. Das ist ein Marathon, kein Sprint. Slow down you crazy child. Der Nonstop-Zug um acht Uhr nach Slowenien ist ohnehin die bessere Wahl!
Freitag, 30. September 2022 – Noch 1 Tag
Ich kann es immer noch nicht fassen. Die Realität und mein Glück schweben weiter vor mir. Morgen startet mein Abenteuer. Die Vorfreude ist so unendlich groß! Meine Beine und mein Körper fühlen sich trotzdem noch so unfassbar müde an. Und das, obwohl ich das erste Mal seit knapp 3 Monaten ohne Wecker aufstehen konnte. Ich habe auch das erste Mal seit langer Zeit wieder Zeit und Muße, an meinem Blog zu schreiben. Mittags geht es für mich ein letztes Mal an den Campus Riedberg der Goethe Uni. Zur Feier des Examens und als Vorrat für die nächsten Wochen wird das all you can eat Sushi geplündert. Im Nachhinein eine dumme Idee. Ich verbringe den Rest des Tages in komatöser postprandialer Schwere. Mit letzter Kraft kann ich die Unterkunft für Tag 1 und 2 buchen. Was ich in drei Tagen mache, sehe ich, wenn es soweit ist. Mit den letzten Wochen in den Beinen und dem Essen im Magen ist die Party für mich eine Tortur. Einige feiern, viele ertränken den Frust über die Hölle der letzten Wochen im Alkohol und ich sitze halb schlafend an der Seite. Warum wollte ich den Zug um zwei Uhr nachts nehmen? Zwei mal muss dabei umsteigen und die zehn Minuten Zeit dafür bringen mich jetzt schon zur Verzweiflung. Je später es wird, umso müder werde ich. Es ist 21 Uhr und ich verzweifle. Aber ohne Kraft sieht meine Verzweiflung nahezu erbärmlich aus und versinkt in Trägheit. Zum Glück habe ich wundervolle Freunde. Schockiert vom elendigen Anblick, den ich gebe, bietet mir Ronja an, dass ich die Nacht in ihrem Wohnheimzimmer schlafen könne. Und so gehe ich als Erster um 22 Uhr von der Party (so fällt man wenigstens auf). Ich entscheide mich für den Schlaf. Es bringt nichts, wenn ich total übermüdet meine Reise antreten. Ich habe gemerkt, wie anstrengend die 4 Tage in England waren. Jetzt bin ich 4 Wochen unterwegs. Das ist ein Marathon, kein Sprint. Slow down you crazy child. Der non-stop Zug um acht Uhr nach Slowenien ist ohnehin die bessere Wahl!
An der Stelle noch mal ein Danke für die Matratze! Und an all die, zu denen ich heute Tschüss gesagt habe, möchte ich hier noch eines meiner Lieblingszitate erwähnen:

Die Reise erfolgte im September 2022

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