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Frankfurt: Geschichte und moderne Highlights

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Wie schreibt man eigentlich einen Reisebericht über eine der meistbesuchten deutschen Städte, wenn man selbst in dieser Stadt gewohnt hat? Ehrlicherweise weiß ich das selbst nicht, aber ich möchte Dir Frankfurt auf dieser Seite auch nicht vorenthalten. Daher gibt es hier ein paar Impressionen, Geschichten und Empfehlungen über die Stadt, in der ich vier Jahre studiert habe und in der ich sogar mehr als zwei Jahre selbst gewohnt habe.

Die Skyline

Für viele Menschen ist sie das Highlight und der Grund für ihre Reise nach Frankfurt: die Skyline. Wenn man in der Nähe von Frankfurt groß wird, ist die Skyline aber irgendwie etwas Normales und nichts Besonderes. Dass die Skyline etwas Besonderes ist, habe ich erst 2017 gemerkt. Damals war mein Großonkel aus Wismar zu Besuch. Er war absolut begeistert von der Skyline. Klar, aus Wismar kennt man so etwas auch nicht. Den Blick vom Maintower fand er überwältigend. Für uns Hessen war es auch besonders, aber eben auch etwas Alltag. So hat mein Vater ja selbst in einem Wolkenkratzer ganz oben gearbeitet. Wenn man die Skyline sehen will, gibt es zwei Möglichkeiten. Wenn man sich ganz klein fühlen will, fährt man zur Neuen Mainzer Straße und schaut nach oben. Wenn man die Skyline in voller Pracht sehen will, fährt man zum Ostbahnhof. Dann geht man ganz kurz zur Eisenbahnbrücke (Deutschherrnbrücke) und schon steht man auf dem Main und hat eine grandiose Aussicht. Weiterer Vorteil: Direkt daneben, auf der nördlichen Mainseite am Ostbahnhof, steht auch die EZB – ein architektonisches Meisterwerk!

Blick auf ein historisches Gebäude im Vordergrund, umgeben von modernen Wolkenkratzern in einer städtischen Umgebung.
Mein Nacken!
Blick auf die Skyline von Frankfurt am Main mit modernen Wolkenkratzern und einer Brücke über den Fluss.
Mainhatten bei Tag
Blick auf die Skyline von Frankfurt am Main mit modernen Wolkenkratzern und dem Fluss Main im Vordergrund.
Mainhatten bei Sonnenschein
Beleuchtete Skyline von Frankfurt am Main bei Nacht, reflektiert im Fluss Main.
Mainhatten bei Nacht
Das Hauptgebäude der Europäischen Zentralbank am Ufer eines Gewässers mit blauem Himmel im Hintergrund.
Die EZB – laut Gerüchten das Eingangstor zur Hölle und dem Bösen auf dieser Welt
Blick auf moderne Wolkenkratzer in einer Stadt, umgeben von Bäumen und einer Statue in einem Park.
Die Skyline im Grünen

Die (Alte) Oper

Das Witzigste direkt am Anfang: In der Alten Oper werden keine Opern aufgeführt. Opern werden in der Oper Frankfurt am Willy-Brandt-Platz aufgeführt. Für Freunde der Oper ist ein Besuch dieser aber ein Muss! So wurde die Oper Frankfurt bereits mehrfach als Opernhaus des Jahres ausgezeichnet. Architektonisch und auch vom Bühnenbild her sehr schlicht, aber musikalisch ein Highlight. Und wenn ich schlicht beim Bühnenbild sage, dann meine ich das auch. Meine erste Oper in Frankfurt war Parsifal – ihr seht, meine Suche in Bayreuth nach dem Heiligen Gral ist wirklich real! Das Bühnenbild des ersten Aktes war ein Zaun und sonst gar nichts. Aber so kann die grandiose Musik wenigstens ins Zentrum rücken!

Das Opernhaus Frankfurt an einem sonnigen Tag, umgeben von moderner Architektur.
Es kommt auf die inneren Werte an

Die Alte Oper ist musikalisch und architektonisch ein Genuss! Ein wunderbarer Bau im Stil der Klassik, der sowohl bei Tag als auch bei Nacht strahlend schön ist. Die Alte Oper ist auch Heimat des hr-Sinfonieorchesters. Das ist das Orchester mit dem wahrscheinlich besten YouTube-Kanal unter den Orchestern. Musikalisch ein absoluter Genuss!

Dem wahren schönen Guten bei Tag

So, und dann noch eine kleine witzige Anekdote zum Abschluss. Peter Feldmann wird wahrscheinlich (zu Recht!) als unbeliebtester Oberbürgermeister in die Geschichte Frankfurts eingehen. Rudi Arndt hätte es fast geschafft, es auch zu werden. So wollte er (angeblich) die zerbombte Alte Oper nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wiederaufbauen, sondern sprengen, damit man mehr Platz für Wohnungen oder Ähnliches hätte. Seitdem trägt er in Frankfurt den Titel „Dynamit-Rudi“.

Dem wahren schönen Guten bei Nacht

„Wir haben einen Dom?“

So, mein geliebter Kommilitone, der seit 4 Jahren in Frankfurt wohnt. Groß ist er nicht (siehe Skylinebilder rechts), aber umso bedeutender! Er heißt nicht ohne Grund Kaiserdom St. Bartholomäus. Denn seit 1562 wurden hier insgesamt zehn heilige römische Kaiser gekrönt. Ein anderer Ort, wo vorher Kaiser gekrönt wurden, ist übrigens Aachen, was ich auch schon besucht habe. Der Dom im gotischen Stil hat übrigens seine Ursprünge im 7. Jahrhundert.

Seitenansicht der roten Kathedrale mit einem hohen Turm und gotischer Architektur, umgeben von Bäumen und einer Straße mit Fahrrädern.
Kaiserliche Erlösung

Aus alt mach neu

Mit großen Hochhäusern, Flughafen und Finanzhauptstadt wirkt Frankfurt wie das Zentrum der modernen Welt. Aber dieses Zentrum hat auch einen kleinen, aber feinen historischen Kern. Die Frankfurter Altstadt ist jetzt nicht so groß, wie manch andere deutsche Altstadt, aber sie ist etwas Besonderes. Denn die Altstadt wurde im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört. Im Laufe der Jahre wurde sie aber wiederaufgebaut. Und so hat Frankfurt eine historische Altstadt, die alt aussieht, aber eigentlich ganz neu ist. Besonders sind hierbei natürlich der Römer, der regelmäßig zur Feierstätte der Eintracht-Fans wird, und die Paulskirche, die Ort des ersten deutschen Parlamentes war.

Das Bild zeigt das historische Römerhaus in Frankfurt am Main, ein Wahrzeichen der Stadt mit gotischer Architektur und dekorativen Elementen. Der klare blaue Himmel ergänzt die Szenerie.
Der Römer
Blick auf historische Fachwerkhäuser auf dem Römerberg in Frankfurt am Main, Deutschland, unter klarem blauen Himmel.
Aus alt macht neu
Eine rotsteinerne Kirche mit einer Kuppel und einem Kreuz, umgeben von gestutzten Bäumen auf einem Platz bei klarem Himmel.
Die Wiege der Demokratie

Der schönste Campus Europas

Der Campus Westend der Goethe-Universität wird oft als der schönste Campus Deutschlands bezeichnet. Dieser selbstverliehene Titel hat auch eine gewisse Berechtigung, da der Campus mit den historischen Gebäuden und dem ganzen Grün wirklich besonders ist.

Sicht auf einen Park mit buntem Gras, Bäumen im Vordergrund und einem blauen Himmel.
Der angeblich schönste Campus Deutschlands

Für mich ist aber ein anderer Campus viel schöner. Der Campus Riedberg im Frankfurter Norden. Hier sitzen die Naturwissenschaften. Hier habe ich vier Jahre lang Pharmazie studiert. Und wenn ich dann mal nicht in Vorlesungen saß oder im Labor stand, dann konnte ich den wunderschönen Blick auf Frankfurt genießen oder durch den schönen Arzneipflanzengarten flanieren. Und ich liebe ja Sonnenuntergänge. Da hat das 8-bis-18-Uhr-Studium einen großen Vorteil. So konnte ich in den 4 Jahren so manchen Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang genießen. Für einen Sonnenaufgang habe ich mich sogar mal auf einer Terrasse ausgesperrt. War zwar peinlich, aber der Anblick hat sich gelohnt!

Sonnenuntergang über einer Stadtlandschaft mit einem klaren Himmel und farbigen Wolken.
Morning has broken
Sonnenaufgang über einer Stadtlandschaft mit buntem Herbstbaum und Gewächshaus im Vordergrund.
Botanik mein Lieblingsfach (nicht)
Eine kurvenreiche Straße führt in den Sonnenuntergang, mit dramatischen Wolken und einem warmen orangefarbenen Himmel.
Einfach schön

Ach du meine Goethe!

Wie der Name meiner Universität schon angedeutet hat, ist Frankfurt Goethe* Stadt. Das Goethe-Haus erinnert an einen der berühmtesten Frankfurter. Der Legende nach hat die Mutter des deutschen Nationaldichters übrigens die Grüne Soße erfunden. Die muss man zusammen mit Apfelwein natürlich in Alt-Sachsenhausen probieren! Kleine Vorwarnung: Apfelwein ist etwas gewöhnungsbedürftig (mein Großonkel litt sehr darunter), aber ein wunderbares Nationalgetränk. Für alle, die ein Pub suchen, kann ich O’Reilly’s Irish Pub im legendären Bahnhofsviertel empfehlen. Wobei für dieses Viertel auch ein kleiner Warnhinweis mit dazu kommt. Das Pub ist aber super und Gerüchte besagen, dass dort auch schon die eine oder andere Beziehung entstanden ist. Aber nun zurück zu Goethe. Kunst gibt es in Frankfurt auch jede Menge. Das Städel ist weltberühmt. Dort hängt auch eines der berühmtesten Bilder des Dichters. Auf dem Bild, das während seiner Italienreise* entstanden ist, hat er aber wortwörtlich zwei linke Füße. Und weil Goethe nicht nur Dichter, sondern auch Naturforscher war, hat Frankfurt mit dem Senckenberg-Museum auch eines der besten Naturkundemuseen Europas. Dazu gibt es an anderer Stelle eine ganze Bilderreise.

Historisches Gebäude mit Fachwerk-Fassade in der Stadt, neben moderner Architektur.
Für einen Nationaldichter ganz schön unspektakulär
Porträt eines sitzenden Mannes in eleganter Kleidung mit Hut, vor einer Landschaft mit Ruinen im Hintergrund.
Mei Fies, mei Fies!
Historisches Gebäude mit grünen Dachfiguren, umgeben von Bäumen und einem Dinosauriermodell im Vordergrund.
Das Herz der Frankfurter Natur

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