Es ist ein schöner Aprilsonntag im Jahr 2021. Mein Vater und ich sind mal wieder auf dem Weg zu einer neuen deutschen UNESCO-Welterbestätte, die wir noch nicht besucht haben. Es geht heute in den Süden Niedersachsens. In Alfeld finden wir schnell unser Ziel. Wir stehen vor den Toren des Fagus-Werks. Das Problem ist nur, dass die Tore verschlossen sind. Laut Schild und Internet müsste das Museum aber offen sein. Wir stehen schon etwas, bis ein Pförtner uns erkennt. Er kommt auf uns zu und fragt, was wir hier machen. Als wir ihm erklären, dass wir das Museum besuchen wollen, macht er das Tor für uns auf. Er sagt uns, dass bald jemand für den Einlass kommt und wir irgendwo auf dem Gelände parken sollen. Offiziell hat das Museum zwar schon auf, aber wir sollen uns dann einfach erst einmal das Werk von außen ansehen. Gesagt, getan. Schließlich ist die Fabrik aufgrund ihrer frühmodernen industriellen Architektur auch UNESCO-Welterbe.

Der alte Werksbahnhof ist jetzt das Welterbe-Zentrum. Es ist noch unbesetzt. Offen ist es trotzdem. Wobei außer ein paar Infos zum UNESCO-Welterbe allgemein nicht viel im Zentrum angeboten wird. Der Industriebahnsteig ist da schon spannender.

Jetzt ist aber doch jemand da und lässt uns in das Museum hinein. Im Museum werden dann die Geschichte des Werks und die besondere Architektur ausführlich erklärt. Im Fagus-Werk werden/wurden Schuhleisten aus Holz produziert. Genauer: Es wurden Schuhleisten aus Buchenholz produziert. Daher auch der Name. Fagus ist Latein für Buche. Da hat sich mein Latinum ja mal gelohnt. Neben der Geschichte der Schuhmode können wir auch das gesamte Wissen zur Buche im Museum lernen. Ich kann in erster Linie aber ganz viele alte Schuhleisten sehen. Wo das Auge hinsieht, finden wir sie. Sie hängen an der Decke, sie stehen auf Tischen und ganz wichtig: Der Keller steht voll von ihnen.




Und das war dann auch schon das Welterbe. Schuhleisten werden übrigens auch noch heute im Fagus-Werk produziert. Als wir auf dem Weg zu unserem Auto sind, erkennt uns der Pförtner wieder. Er führt uns noch in die Produktionshallen der Fabrik. Er schließt sie extra für uns auf und erklärt uns alles. Wir sehen so Dinge, die sonst kein Besucher sieht. Wobei viele andere Touristen haben wir jetzt nicht gesehen. Dafür war man zu uns umso freundlicher!


Die Reise erfolgte im Mai 2021

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