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Loch Ness und Glencoe: Schottlands magische Orte

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Ich bin definitiv schon an schöneren Orten aufgewacht. Über das Hotel habe ich mich ja schon am gestrigen Tage ausgelassen. Das Frühstück ist, wie in meinem Lieblingsfilm so passend beschrieben, schrecklich und dann auch noch so wenig. Ich bin einfach nur froh, diesen Ort zu verlassen. Es kann von jetzt an nur noch besser werden.

Die schottische Natur versucht rasch, sich zu versöhnen und so dauert es nur wenige Minuten, bis ich wieder von diesem Land begeistert bin. Meine Laune ist wieder wundervoll. Das Wetter leistet auch seinen Beitrag und die grauen Wolken des gestrigen Abends sind wieder verschwunden.

Corrieshalloch Gorge

Nachdem es eben wieder aufwärtsging, geht es jetzt wieder abwärts. Jetzt aber in der schönen schottischen Natur. In der unaussprechbaren Schlucht schlägt die raue Schönheit voll und ganz zu.

Blick in die Corrieshalloch Gorge, umgeben von üppigem Grün und einem langsam fließenden Wasserfall.
Rau. Wild. Schottisch.

Es ist aber nicht nur die Schlucht, die den Ort so wunderbar macht. Der Hin- und Rückweg verläuft durch ein kleines bisschen Wald. Die strahlend grünen Bäume und die Stille haben eine unfassbar befreiende und beruhigende Ausstrahlung. Nach der Schnelligkeit der Schlucht bildet der Wald die entsprechende Antithese, die paradoxerweise in kompletter Harmonie zum Vorherigen steht. So verlasse ich vollkommen ausgeglichen, aber leider viel zu schnell diesen Ort.

Ein schmaler Wanderweg, der durch einen Wald mit hohen, grünen Bäumen führt, umgeben von üppigem Gras und einer friedlichen Atmosphäre.
Sanft. Ruhig. Schottisch.

Und ja, der Weg ist wieder Teil des Ziels. Die Natur ist atemberaubend. Die grünen Wiesen, die Berge, das Schimmern der Sonne in den Lochs, all das macht diesen Ort so traumhaft. Ich fühle mich überwältigt von solcher Schönheit. Womit habe ich diese gesamte Schönheit verdient? So viel Schönheit, dass ich sie unmöglich adäquat würdigen kann. Die Reizüberflutung der Freude lässt mich fast schon wieder an das Gute in der Welt glauben. Das Schöne und Gute wird immer siegen, ich darf die Hoffnung nur nicht aufgeben.

Weite Landschaft mit sanften Hügeln und einem stillen Gewässer im Vordergrund, unter einem bewölkten Himmel.
Atemberaubende Schönheit
Eine weitläufige Landschaft in Schottland, geprägt von saftigem grünen Gras, sanften Hügeln und einem klaren blauen Himmel. Im Hintergrund ist ein ruhiger See mit umliegenden Bergen zu sehen.
Womit habe ich das verdient?

Loch Ness

Was wäre Schottland nur ohne Nessi? Das niedliche Seemonster gehört wahrscheinlich so fest zu Schottland, wie Whisky zu Schottland gehört. Bevor es zum richtigen Loch Ness geht, geht es zum Loch Ness Exhibition Center, wo einem erst einmal die Geschichte von Nessi beigebracht wird. Funfact am Rande: Es wurde sogar mal höchst wissenschaftlich bewiesen, dass keine unbekannte Lebensform im Loch Ness wohnt, aber wer hört schon auf die Wissenschaft… Und so geht die Suche immer weiter.

Ein Modell des Loch Ness Monsters, das in einem ruhigen Gewässer liegt, umgeben von grünen Wiesen und Bäumen.
Nessi oder nicht Nessi, das ist hier die Frage.
Ein gelbes, U-förmiges Boot steht auf einem Verkehrsanhänger, umgeben von grünen Pflanzen und Bäumen, mit einem Schild vorne, das Informationen bereitstellt.
We all live in a yellow submarine

Jetzt geht es an den See. Allerdings auch nicht direkt an den See. Bevor es direkt ans Wasser geht, geht es in das Besucherzentrum von Urquhart Castle. Das ist eine mittelalterliche Burgruine, die direkt am Loch Ness liegt. So interessant die Geschichte sein mag, so größer ist meine Ungeduld, endlich an Loch Ness heranzugehen. Nach der ganzen Zeit im Bus endlich wieder raus in die freie Natur zu gehen.

Nach einer Weile sind wir dann endlich draußen und sehen Urquhart Castle. Es ist ein überwältigender Anblick. Die Ruine, wie sie mitten in der herrlichen Natur steht, umringt von funkelndem Wasser, strahlendem Gras und majestätischen Bergen. Die Kombination aus Natur und der Ruine menschlichen Schaffens ist wahrlich besonders. Es erinnert fast ein wenig an das Mittelrheintal, doch ist es irgendwie anders, aber nicht weniger schön.

Blick auf die Ruinen von Urquhart Castle am Loch Ness, umgeben von grünen Wiesen und Bäumen mit Bergen im Hintergrund.
Romantik, wie sie im Buche steht.

Und dann habe ich es geschafft: Ich stehe endlich am Loch Ness. Es sah schon aus der Ferne bezaubernd aus, aber der Anblick aus der Nähe ist überwältigend. Ich weiß nicht, wie ein See es schaffen kann, so schön auszusehen, aber er tut es. Das schimmernde Funkeln des Wassers strahlt eine solche Lebensfreude aus, das ist kaum in Worte zu fassen. Am letzten Tag zeigt Schottland noch mal die schönsten Seiten seiner Natur. Es ist einfach herrlich!

Eine Ansicht von Loch Lomond mit ruhigem Wasser, umgeben von grünen Hügeln und Bäumen unter einem klaren Himmel.
Lebensfreude

Aber leider hat alles Schöne wie so oft auch ein Ende und so geht es für uns wieder weiter. Fort Augustus ist ein schöner Ort mit einer traditionsreichen Schleuse, aber es scheint einfach nur unfair, diesen Ort mit dem vorherigen zu vergleichen. Die Nessi-Badeente*, die ich aus dem Ort habe, ist mir aber bis zum heutigen Tage eine treue Begleiterin.

Blick auf den Kanal und die Schleuse in Fort Augustus, Schottland, mit charakteristischen Gebäuden und einem sonnigen Himmel im Hintergrund.
Fort Augustus

Es geht weiter durch die Highlands, bis wir im absoluten Niemandsland sind. Komischerweise kam aber irgendwann mal jemand auf die Idee, dass das absolute Niemandsland der perfekte Ort für ein riesiges Denkmal ist. Und so steht mitten in der wunderschönen Natur ein Denkmal für die Soldaten Schottlands im Zweiten Weltkrieg. Das trübt die Stimmung etwas. Dafür ist die Umgebung umso schöner. Ben Nevis, der höchste britische Berg, ist nicht weit entfernt. Und auch sonst ist die Natur kontinuierlich traumhaft.

Eine weite Aussicht auf hügelige Landschaften der schottischen Highlands mit grünen Wiesen und Bergen im Hintergrund unter einem hellblauen Himmel.
Die Schönheit des Niemandslandes

Glencoe

Nächster Halt: Glencoe Woodland Walk. Die Anblicke aus dem Fenster des Busses waren schon die letzten Kilometer wundervoll. Endlich halten wir wieder und ich kann dieses Wunderwerk der Schönheit aus nächster Nähe betrachten. Auf einem kleinen Pfad wandern wir durch das strahlende Grün des Glencoe. Es ist majestätisch.

Ein Wanderweg führt durch eine grüne Landschaft mit sanften Hügeln und Bäumen im Hintergrund unter einem hellen Himmel.
Majestätische Pfade

Nach einer kurzen Weile auf dem Pfad, die sich wie eine majestätische Ewigkeit angefühlt hat, erreichen wir eine Art Aussichtspunkt. Es ist ein himmlischer Anblick. Die Schönheit des Ortes lässt sich gar nicht beschreiben. Mein Herz blüht vor lauter Freude so auf, wie die Natur es im Frühling macht. Es ist einfach traumhaft. Ich weiß gar nicht wirklich, wie ich mich fühlen soll, so schön ist es. Ich könnte für immer hier stehen bleiben!

Ein Blick auf die majestätischen grünen Berge und die weite Wiese in den schottischen Highlands unter blauem Himmel mit weißen Wolken.
Elysium
Eine weite Aussicht auf grüne Wiesen und sanfte Hügel unter einem blauen Himmel mit wenigen Wolken.
Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein

Es heißt, das Beste kommt zum Schluss, und es ist zwar noch nicht das endgültige Finale der Reise, das Beste war es aber definitiv. Glencoe ist definitiv einer der schönsten Orte, an dem ich jemals war und definitiv der schönste Ort in ganz Großbritannien. Ich bin so glücklich, dass ich hier sein kann und umso glücklicher, dass ich bei diesem phänomenalen Wetter hier sein kann.

The long and winding road to Loch Lommond

Die Reise geht weiter. Die Straßen sind so schön, wie sie es gestern schon waren. Und so kommen die Beatles mit ihrer Musik heute noch ein zweites Mal wieder in meinen Kopf. Und während der Weg immer weitergeht, versinke ich immer mehr in meinen Gedanken.

Eine kurvenreiche Straße führt durch die grüne schottische Landschaft, umgeben von Bergen und üppigem Bewuchs.
But still they lead me back
To the long winding road
You left me standing here
A long, long time ago
Don’t keep me waiting here
Lead me to your door

The Bonnie Banks of Loch Lomond. Loch Lomond ist nicht nur der größte See Schottlands, sondern auch der schönste See Schottlands – sorry Nessi! Ich bin überwältigt, wie nach dem wunderschönen Anblick am Vormittag ein See noch schöner sein kann. Positive Überraschungen sind aber auch schließlich das, was unser Leben und das Reisen erst so richtig schön machen. Loch Lomond hat einen gewaltigen Vorteil. The Bonnie Banks of Loch Lomond ist auch der Titel eines der schönsten schottischen Volkslieder. Aber auch ohne diese musikalische Unterstützung hätte Loch Lomond dieses Rennen gewonnen. Wunderschön ist es hier allemal. Die Highlands verabschieden sich in vollkommener Schönheit.

Drei Boote im Loch Lomond mit der Aufschrift 'CRUISE LOCH LOMOND' schwimmen auf dem ruhigen Wasser, umgeben von grünen Ufern.
By yon bonnie banks and by yon bonnie braes,
Where the sun shines bright on Loch Lomond.
Where me and my true love were ever wont to gae,
On the bonnie, bonnie banks of Loch Lomond.

Ein kleiner Funfact noch zum Abschluss: Die Melodie des Liedes ist auch die Melodie der Hymne des 1. FC Köln. Lieber effzeh: Mer stonn zo dir!

Glasgow

Am Abend kommen wir in Glasgow, der größten Stadt Schottlands, an. So schön der Tag auch war, so anstrengend war er auch. Von Ullapool bis Glasgow sind es gut 350 Kilometer und das Programm des Tages war nicht gerade wenig. Den Tag lassen wir wundervoll und ganz schlicht mit einem Spaziergang an der Promenade des Clyde ausklingen.

Blick auf die moderne Architektur am Clyde in Glasgow, Schottland, mit dem Wasser im Vordergrund und einem klaren Himmel im Hintergrund.
Finale

Fazit

Nein, ich habe nicht Nessi gefunden. Eine Reise nach Schottland ist nicht nur eine Reise nach Schottland. In Schottland beginnt die eigentliche Reise – die Reise zu einem selbst. In der schottischen Natur erkennt man, was Schönheit, was Sehnsucht, ja was Freiheit ist. Man erkennt sich selbst. Man wird inspiriert, seine Ziele und Wünsche zu suchen und in Erfüllung zu bringen. Wenn du etwas wirklich willst, dann musst du nicht nur sagen, dass du es willst, du musst auch so handeln. Wenn du die Welt sehen willst, dann geh‘ raus in die Welt! Erkunde die Welt und erkenne dich dabei. Also los geht’s, auf in die Welt!

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Die Reise erfolgte im Juli 2017

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7 Antworten zu „Loch Ness und Glencoe: Schottlands magische Orte“

  1. Avatar von Akter

    Wunderschön!

    Gefällt 1 Person

  2. Avatar von anneeulia

    So sehen also Nessi Badeenten aus.
    Interessant…und ich hab ne Elvis-Badeente.
    Schöner Bericht. Danke Dir fürs mitreisen.

    Gefällt 1 Person

  3. Avatar von Brigantis Kosmos

    Hallo,
    vergiss meinen ersten Kommentar.
    Das Problem lag bei mir. Die Werbung ist weg. Lach.
    Ich wünsche mir so sehr nach Schottland und Irland reisen zu können. Daher danke fürs Mitnehmen.
    Liebe Grüße
    Britta

    Gefällt 3 Personen

  4. Avatar von Connemara: Ein Elysium der Stille – Sehnsuchtsbummler

    […] Hat hier jemand Nessi gesehen? […]

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