Tag 24 – Heimkehr und Interrail Fazit

Ein frisch bestandenes Staatsexamen und ein Interrail Ticket für einen Monat: Darum geht es in der Reihe Mein Monat. Bevor du diesen Beitrag liest, ist es vielleicht sinnvoll, erst die vorherigen Beiträge zu lesen.

Montag, 24. Oktober 2022 – Tag 24

Pünktlich um halb eins kommt der Rest meines Zimmers von seiner Partynacht. Hostels werde ich ohne Frage so schnell nicht vermissen. Pünktlich um 5:20 Uhr klingelt dann der erste Wecker. Na, wenn die Person nicht auch den Zug um 6:25 Uhr nach Berlin nehmen will. Ich bleibe noch etwas liegen, ehe ich mich auf den Weg mache. Als ich um 5:45 Uhr dann das Hostel verlasse, liegt meine Zimmernachbarin noch immer im Bett und der 3. Snooze Alarm kommt gerade. Ich verlasse mein Prager-Hinterhof-Hostel und mache mich auf den Weg zu meinem letzten Tag. Ich weiß, dass es mein letzter Tag ist. Verstanden und verarbeitet habe ich es aber noch nicht. Ich laufe ganz entspannt durch das verregnete Prag und weiche nur den Pfützen aus. Im Gegensatz zu gestern muss ich nicht rennen, sondern nur meinen Rucksack tragen. Die Straßen sind nicht so leer wie gedacht. Und während meine Füße einen Schritt für Schritt machen, ist mein Kopf in Gedanken. Kann es wirklich schon mein letzter Tag sein? Warum kann ich nicht ewig auf Reisen sein?

Der Bahnsteig ist sogar ganz gut gefüllt. Der Bahnsteig wird natürlich aber auch heute erst kurz vor der Abfahrt bekannt gegeben. Die angezeigte Wagenreihung stimmt aber natürlich überhaupt nicht. Und so endet meine Interrailreise wieder in einem 6er-Abteil. Dort, wo sie auch begonnen hat.

Aber warum nur 24 Tage? Ich habe doch den ganzen Oktober frei. Und ich wollte doch den ganzen Monat reisen! Aber zum einen bin ich am 28. Oktober auf einem Konzert der grandiosen Band CoMa12 also eher die Frage, warum nicht 28 Tage? Aber in den Jahren des Studiums ist leider vieles zu kurz gekommen. Dazu gehören auch Besuche bei meinen Großeltern, die um die 650 Kilometer von mir entfernt wohnen. Von daher lasse ich für sie die zweite Interrail Reise meines Lebens und meine bislang längste Reise überhaupt ein paar Tage kürzer ausfallen. Praktischerweise besucht meine Mutter sie auch gerade und somit ist auch die Rückfahrt nach Hessen gesichert.

Durch Nacht und Nebel geht es dann erst einmal entlang der Moldau Richtung Dresden. Im Euro City hat man in Tschechien übrigens unbegrenzt Datenvolumen, in Deutschland maximal 200 MB. Der Empfang lässt nach der Grenze auch nach. Das ist aber egal, denn das wunderschöne Elbtal lenkt alle Blicke auf sich. Im Gegensatz zu Rhein oder Mosel finde ich hier weniger Wein, aber dafür mehr Wald oder auch dunkles Gestein und geradere Wege. Das Elbtal hat so eine ganz andere Ausstrahlung und Wirkung auf mich. Die Aussicht ist aber auf jeden Fall wunderschön und einen Blick aus dem Fenster wert.

In Berlin steige ich dann in einen Regionalexpress um. Es geht durch Brandenburg. Natürlich ohne W-LAN im Zug und natürlich auch mit keinerlei Empfang. Wie sehr ich Brandenburg doch liebe.

Die inoffizielle Hymne des Landes

Mein Ziel: Neubrandenburg. Ich war schon dutzende Male in der Stadt. Aber noch nie mit Kamera. Und bevor ich zu meiner Familie fahre, möchte ich noch ein letztes Mal durch eine Stadt wandern und staunen. Selbst wenn ich mich schon etwas schlecht fühle, so als kompletter Touri durch meine Halbheimat zu laufen. Aber die Stadt ist wirklich schön, nur kennen viele sie gar nicht. Zeit das zu ändern!

Bekannt ist die Stadt auch als die 4-Tore-Stadt. Die große historische Stadtmauer ist nämlich fast komplett noch erhalten und bekannt für die 4 Stadttore, die auch noch vollkommen stehen und wunderschön aussehen.

Und eins
Und zwei
Und drei
Und vier

Man findet aber nicht nur Tore an der Stadtmauer. So stehen von den ursprünglich 57 Wiekhäusern mittlerweile noch beziehungsweise wieder 25. Wiekhäuser sind kleine Fachwerkhäuschen, die zur Verteidigung der Stadt dienten. Heute sind sie Museum, Restaurant oder Büro. Die Schönheit des Fachwerks bleibt aber erhalten.

Die Bewacher der Stadt
Tiny houses sind ja gerade im Trend

Nicht unerwähnt darf auch der Fingelturm bleiben. Der kleine Turm der Stadtmauer diente aber nicht zur Verteidigung. Er war lange das Gefängnis der Stadt.

The infamous tower of London… eh Neubrandenburg

Kirchen gibt es in der Stadt natürlich auch ein paar. Die zwei wichtigsten möchte ich kurz erwähnen. Da gibt es zum einen die Sankt Johannis Kirche, die sich neben dem Regionalmuseum befindet und dann gibt es die Marienkirche, die heute nur noch als Konzertkirche genutzt wird.

Johanniskirche, Regionalmuseum und künstlerischer Mauerneubau
Es gibt schlechtere Konzerthäuser

Aber auch die schöne Natur um die Mauer herum darf an diesem wunderschönen Herbsttag natürlich nicht unerwähnt bleiben, ehe meine Reise alleine durch Europa offiziell endet.

Die grüne Mauer
Eine letzte Ruhe
It’s time to say goodbye, but I think goodbyes are sad and I’d much rather say hello. Hello to a new adventure.

Die Reise ist gerade erst geendet und ich vermisse es jetzt schon wieder. Aber wenn eine Reise endet, fängt die nächste Reise zum Glück schon wieder an. Also, auf in’s nächste Abenteuer.

24 Tage Interrail – Statistiken

Tage unterwegs24
Bereiste Länder8
Bereiste Orte42
Zugfahrten50
Gefahren Kilometer im Zug5.612
Zeit in Zügen3 Tage 4 Stunden 20 Minuten
Zurückgelegte Schritte548.728
Durchschnittliche Schritte pro Tag22.863
Gelaufene Kilometer391,64
Durchschnittliche Kilometer pro Tag16,32

24 Tage Interrail – Mein Fazit

Als ich wieder bei meiner Familie war, fragte mich meine Mutter, ob ich denn kein Heimweh während der Reise gehabt hätte. Worauf ich nur folgenden Satz antwortete:

Heimweh? Ich kenne doch nur Fernweh!

So und was ist jetzt mein Fazit der Reise und was war mein Höhepunkt? Genau das hat mich mein bester Freund auch gefragt und genau das habe ich geantwortet:

Lass mich erst einmal in der Gänze etwas Revue passieren. Also ja, erst mal war am es am Anfang sehr anstrengend, aber im Laufe der Zeit hat man eine Routine. Ich dachte ja, ich würde nie so lange es durchhalten, aber jetzt denke ich, es könnte noch ewig weiter gehen. Gut, Zeit und Geld sehen das etwas anders. Und gute Hostels sind so unglaublich wichtig und lieber sich einen Standort suchen und von da viele Ausflüge machen und so vielleicht etwas länger in der Bahn sitzen, als immer den Rucksack mit dabei haben und jede Nacht woanders sein.

So zu meinen Highlights: Boah, was für eine schwere Frage, die sich gar nicht so leicht beantworten lässt, ich habe ja so viel erlebt und bin schon bei meiner 2. Speicherkarte.

Aber Platz 1 hat definitiv das Kloster Admont mit seiner Bibliothek. Die war ja schon lange ein Traum von mir und es war fast noch schöner als gedacht. Slowenien ist als Land definitiv eine kleine schöne Perle der Natur. Italien hat mein Herz aber auch noch mehr erobert als ohnehin schon. Diese Unendlichkeit an Kultur und Geschichte. Und das Essen! Die Bibliothekserlebnisse in Rimini und Ravenna waren auch besonders. Oder der Sonnenuntergang in Triest. Und Venedig war wirklich traumhaft. Aber auch Pakostane war einzigartig in mehreren Dingen. Prag ist eine schöne Stadt, aber ehrlicherweise etwas overrated. Aber eigentlich habe ich jeden Tag schöne Momente gehabt und einen wirklich schlechten Tag gab es nie. Jeder Tag war wirklich einzigartig und schön! Aber du kennst mich. Kaum ist eine Reise fast vorbei, da freue ich mich schon auf die nächste Reise. Das waren ja nur 3 Wochen. Denn Heimweh kenn ich nicht – nur Fernweh.

– Der Sehnsuchtsbummler

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10 Kommentare zu „Tag 24 – Heimkehr und Interrail Fazit

  1. Mir wäre Dauerreisen zu anstrengend, ich brauche den Break und auch das Gefühl, mich auf die nächste Reise zu freuen. Ich bin gespannt, wie es bei dir weiter geht: läuft es auf eine unbegrenzte Reisezeit hinaus? Oder Reisen neben dem Beruf?

    Gefällt 1 Person

    1. Bei mir läuft es auf Reisen neben dem Beruf heraus, vielleicht gibt es in ein paar Jahren für mich die Gelegenheit eine große lange Reise machen zu können. Bis dahin ist meine Vorfreude groß auf jeden Urlaubstag und jeden Wochenendausflug 🙂

      Gefällt 1 Person

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