Tag 17 – Tagesausflug nach Budapest

Ein frisch bestandenes Staatsexamen und ein Interrail Ticket für einen Monat: Darum geht es in der Reihe Mein Monat. Bevor du diesen Beitrag liest, ist es vielleicht sinnvoll, erst die vorherigen Beiträge zu lesen.

Montag, 17. Oktober 2022 – Tag 17

So langsam gewöhne ich mich doch auch an alles und der Alltag in den Hostels wird zur Gewohnheit und ist nicht mehr besonders. Die Füße tun immer noch weh, aber ich laufe auch im Durchschnitt jeden Tag mehr als 16 km und meistens noch mit dem Rucksack dabei, da ist es normal, wenn die Füße und Beine etwas weh tun. Mein Hostel ist in der Nähe des Wiener Westbahnhofs. Normalerweise würde ich die eine Stunde bis zum Hauptbahnhof ja laufen, aber ich habe wenig Zeit und ich muss meine Beine ja nicht unnötig strapazieren. Daher fahre ich mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof. Von dort fahren nicht nur regelmäßig Züge in die slowakische Hauptstadt, sondern auch in die ungarische Hauptstadt.

Nach guten zwei Stunden erreiche ich Budapest und werde – wie in Bratislava – zunächst mit schönster sozialistischer Plattenbauarchitektur begrüßt.

Da Budapest eine der größten Städte Europas ist, entscheide ich mich hier auch wieder für eine Metrocard. In guter osteuropäischer Manier sind die U-Bahn-Stationen wieder sehr tief, aber häufig auch sehr schön anzusehen. Deutlich weniger elegant und deutlich komplizierter ist aber die ungarische Sprache. Hier versuche ich sie gar nicht zu lernen.

Budapest ist unter anderem für seine vielen Bäder bekannt. So gibt es in der Stadt alleine 21 Bäder, wovon 10 ein Heilbad sind. Den Anfang meines Programms stellt daher natürlich auch eine Therme. Allerdings besuche ich sie nur von außen. Meine Badelust hält sich noch sehr in Grenzen.

Das Szechenyi-Heilbad

Im wunderschönen Budapester Stadtpark gibt es aber noch weit mehr als nur Bäder. So gibt es hier noch Seen, die Burg Vajdahunyad, einen Ballon und natürlich ganz viel grün im Park. Denn klein ist der Stadtpark ohne Frage nicht.

Die Burg Vajdahunyad
As soon as you’re born, they make you feel small
By giving you no time instead of it all
‚Til the pain is so big you feel nothing at all
A working class hero is something to be
„Das Geheimnis der ungeheuren afrikanischen Einöden wird endlich offenbart werden: Ein moderner Ikarus wird uns die Lösung dieses Rätsels bringen, das die Gelehrten von sechs Jahrtausenden nicht zu lösen vermochten. Bis jetzt galt es als wahnsinniges Beginnen, ein nicht zu verwirklichendes Hirngespinst, die Nilquellen zu erforschen. ….. Ja, noch mehr ist von dem unerschrockenen Pionier der Wissenschaft, von Dr. Samuel Fergusson, zu erwarten: Er will nicht nur die Quellen des Nil entdecken, er wird auch alle die verschiedenen bisherigen Reisen miteinander verbinden.“ – Jules Verne, 5 Wochen im Ballon

An dieser Stelle möchte ich auch einmal ein Loblied auf Europa singen. Die europäische Idee von Frieden, Freiheit und Freizügigkeit ist eine der besten politischen Ideen in der Geschichte. Der europäische Gedanken hat diese Reise erst möglich gemacht. Europa ist mehr als nur ein Brüsseler Bürokratie Wahnsinn. Es ist ein Lebensgefühl und ein ganz tolles sogar. Vollkommen zurecht wird daher Konrad Adenauer auch im Budapester Stadtpark mit einer Statue und einem ganz weisen Zitat gedacht.

„Die Einheit Europas war ein Traum von wenigen. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für uns alle.“

– Konrad Adenauer in seiner Regierungserklärung vom 15. Dezember 1954

Den Parkeingang bildet übrigens der Heldenplatz. Er erinnert an die Heerführer der sieben Gründungsstämme Ungarns.

Helden der Geschichte

Und dann geht es für mich auch schon weiter in die schöne Budapester Innenstadt. Natürlich sind auch Teile der Innenstadt UNESCO-Welterbe. Bemerkenswert ist die schöne klassische Architektur der Straßen von Pest, dem Budapester Teil östlich der Donau. Die Staatsoper sticht hier natürlich besonders hervor. Und dann gibt es natürlich noch die berühmte Kaffeehauskultur Budapests. Ich verzichte aber auf den Kaffee und erkunde die Stadt lieber auf eigene Faust zu Fuß.

Die Budapester Staatsoper
Die Andrassy Straße

Ein absoluter Höhepunkt Budapests ist die St.-Stephans-Basilika. Gewidmet ist sie dem Heiligen Stephan, dem ersten König der Ungarn. Ein monumentales Bauwerk ist der Dom ohne Frage, allerdings bin ich, was Kirchen angeht, noch leider etwas mit den italienischen Kirchen übersättigt.

Tut mir leid Gotik, mein Herz gehört schon der italienischen Renaissance

Das schöne an Budapest ist auch, dass die ganze Stadt schön süß duftet. Der süße Duft von Kürtőskalács liegt in der Luft. Die riechen übrigens nicht nur sehr gut, sie schmecken auch sehr gut. Gesund sind sie zwar nicht, aber manchmal darf ich auch mal ungesund sein.

Danach geht es zum architektonischen Höhepunkt der Stadt. Das Parlamentsgebäude ist das wahrscheinlich schönste Bauwerk an der der Donau. Wenn man direkt davor steht, kommt es leider nur fast nicht zur Geltung. Die grünen Wiesen vor dem Parlament strahlen in leuchtendem Grün. Und auch das benachbarte ethnographische Museum ist ein schöner Anblick.

Völker hört die Signale

Aber auch der Blick über die Donau auf die Budapester Burg, die Kirchen und die Fischerbastion lohnt sich. Und natürlich ist die Donau – der Fluss, der mich 2022 verfolgt hat – an sich auch schon sehenswert.

An der schönen blauen Donau I
An der schönen blauen Donau II

Beim Blick auf die Donau darf man aber auch nicht die eigene Uferseite vernachlässigen. So bildet die Budapester Innenstadt immer ein schönes Bild ab.

Die Augen nach links

Über die Freiheitsbrücke geht es dann über die Donau. Von dort hat man eine wunderbare Aussicht auf die beiden Städte Buda und Pest. Zur linken sieht man die wunderbaren Gellert Höhlen, die versteckt im Fels ein schönes Kloster beherbergen.

Freiheit aus Stahl

Auf der westlichen Donauseite steht dann auch die berühmte Budapester Burg. Beim Eingang am Burggarten-Basar geht es nach oben. Denn natürlich steht die Burg auf einem Hügel. Der Eingang ist zwar wunderschön, aber schöner ist eigentlich, dass es für den Weg hoch zur Burg einen kostenlosen Aufzug gibt. So kann man schnell hoch hinaus.

Der schönste Burgeingang seit langem
Hoch hinaus

Die Budapester Burg heißt zwar Burg, sieht allerdings nicht aus wie eine klassische Burg. Sie sieht mehr wie ein Schloss aus. Das passt auch, denn in unmittelbarer Nähe der Burg sitzt der Präsidentenpalast. Über die aktuelle ungarische Politik schweigen wir aber lieber jetzt mal.

Nach dem Heiligen Stephan möchte ich noch eine weitere Kirche namentlich benennen. Die Matthiaskirche ist eine wunderschöne spätgotische Kirche, die mit ihrer hellen Fassade im Licht der sich langsam setzenden Sonne wunderbar funkelt.

Funkelnder Matthias

Der zweitschönste Ort Budapests ist die berühmte Fischerbastei. Die Festung aus dem 19. Jahrhundert hat zwar eine militärische Vergangenheit, aber trotzdem irgendwie ein märchenhaftes Antlitz. Mit den hellen Farben und runden Türmen hat die Bastei etwas von einem Disney-Märchenschloss.

Märchenhaftes Ungarn

Fast wie in Italien komme ich bei meinem Weg von der Fischerbastei runter zur Donau an einer unendlichen Anzahl an Kirchen vorbei. Im Gegensatz zu Italien sind die Kirchen aber dunkler und kleiner, jedoch dafür wesentlich höher.

Das Ende des Tagesausfluges ist dann der Blick über die schöne blaue Donau auf das schönste Haus Ungarns.

Lebewohl Ungarn

Im Zug genieße ich dann einen wunderschönen Sonnenuntergang und genieße die Metamorphose vom leuchtenden aprikosenfarbenen Himmel hin zur dunklen Nacht. Zurück in Wien buche ich dann meine letzten 4 Nächte. Die Reise ist jetzt durchgeplant. Es sind jetzt zwar nur 24 Tage geworden und keine 28 aber mehr dazu an einem anderen Tag. Nach dem anstrengenden Tagesausflug bin ich jetzt erst einmal müde und möchte schlafen. Gute Nacht.

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4 Kommentare zu „Tag 17 – Tagesausflug nach Budapest

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