Tag 9 – Abschied, Sonnenuntergang und nächtliche Fährfahrten

Ein frisch bestandenes Staatsexamen und ein Interrail Ticket für einen Monat: Darum geht es in der Reihe Mein Monat. Bevor du diesen Beitrag liest, ist es vielleicht sinnvoll, erst die vorherigen Beiträge zu lesen.

Sonntag, 9. Oktober 2022 – Tag 9

Es gibt wohl keine Nacht auf dieser Reise, wo ich nicht von Mücken tyrannisiert werde. Trotz der Mücken habe ich bis jetzt eine wundervolle Zeit. Nur selbst wenn ich meine Freunde noch so sehr liebe, so sind es mir momentan doch ein paar Menschen zu viel auf einem Haufen. Ich freue mich daher schon darauf, wenn ich wieder alleine reise. Allzu verwunderlich sind diese Gefühle aber nicht, da ich sie bereits von meiner/unserer Irlandreise 2021 kenne. Da waren mir zum Teil ja schon 2 weitere Menschen 2 zu viel.

Nach dem Frühstück plane ich dann mal, wie es für mich weitergeht. Italien ist dann doch wirklich etwas teurer als Rumänien. Für das, wofür ich in Rom ein Bett im 12-Bett-Zimmer bekomme, bekomme ich in Bukarest ein eigenes Zimmer für mich alleine. Aber ich halte an meinem neuen Plan fest!

Während ich in der Sonne liege und die nächste Zeit plane, merke ich wieder, wie Leid ich es bin, Dinge zu planen, aber wie schon die Sicherheit doch auch ist. Städtetrips und so Kurzreisen wie England am Anfang des Jahres nur so grob geplant zu haben, funktioniert super, aber eine Monatsreise spontan und ungeplant zu machen ist dann doch etwas zu viel für mich. Ich habe ja geplante Reisen immer verteufelt, aber der Komfort der Sorgenfreiheit ist doch etwas Schönes bei langen Reisen. Und da ich Autofahren hasse und es nicht überall Züge gibt, muss ich sie wohl oder übel auch in der Zukunft mal nutzen müssen. Man muss ja nicht alles ins letzte Detail planen, aber zu wissen, wo ich in 2 Tagen schlafe, sollte schon drin sein. Aber ich lerne ja auch Dinge für meine nächsten Reisen. Da werde ich zwar immer noch spontan sein, aber zumindest geplant haben, wo ich für den Rest einer Woche schlafe.

Beim Planen fällt mir auf, dass ich am Montag gar nicht nach Italien fahren kann mit der Fähre. Die fährt heute oder Dienstag. Die Zeit des Urlaubs endet heute, ich entschließen mich noch heute Abend nach Italien zu fahren.

Aber Italien hat so viel und ich so wenig Zeit, wie soll das nur was werden? Und eigentlich wollte ich ja auch irgendwie noch im österreichischen Admont mal landen. Denn dieser Ort steht seit Jahren auf meiner Liste und das aus ganz besonderen und wichtigen Gründen. Schauen wir mal, wann ich wo Lande. Bei dieser Reise weiß ich das ja (leider oder zum Glück) noch nicht.

Und dann heißt es Abschied von meinen Freunden zu nehmen. Und ich verweise wieder auf mein Lieblings Zitat von Tag 0.

It’s time to say goodbye, but I think goodbyes are sad and I’d much rather say hello. Hello to a new adventure.

– Ernie Harwell

Im Zug zur Fähre realisiere ich erst, was das für ein Abschied eigentlich war, nicht nur ein Lebewohl zu Freunden und Kommilitonen, sondern auch ein Abschied von meiner Uni Zeit. Das Studentenleben ist jetzt offiziell vorbei. Meine besten Freunde, die ich zum Teil öfter als meine Familie gesehen habe, werde ich jetzt nur noch unregelmäßig sehen und egal wie viel Mühe man sich gibt, manche Bände – egal wie stark sie scheinen – zerbrechen an der Zeit, dem Wandel und der Distanz. Aber in der Melancholie kommt mir die Konversation aus Galway mit meinem besten Freund wieder in den Sinn: „Max, ich bin mir sicher, du wirst deinen Weg gehen und du wirst zufrieden sein.“

In Split wird der bittersüße Abschied durch einen traumschönen Sonnenuntergang perfekt gemacht. Ich liebe Sonnenuntergänge ja ungemein. Und ich habe schon viele Schöne gesehen, dieser wird mir aber lange in Erinnerung bleiben.

„Kurz ist der Abschied für die lange Freundschaft.“ – Friedrich Schiller, Die Jungfrau von Orleans III, 6 / Lionel
Good-night, good-night! parting is such sweet sorrow,
That I shall say good-night till it be morrow.

William Shakespeare, Romeo and Juliet, Akt II, Szene 2

Der Fährhafen ist zum Glück touristensicherer als die irischen Fähren und so lande ich auch auf der richtigen Fähre. Die ist auch fast leer und so kann ich auf einer Reihe von Stühlen mich auch hinlegen und schlafen. Bequem ist es nicht, aber die Zeit der Einzelzimmer und großen Betten endet jetzt wieder. Pünktlich um 19 Uhr legt das Schiff ab. Keine Viertelstunde später schlafe ich auf wunderbarem Hartplastik, während der Schimmer des Mondes die nächtliche See erhellt und meine Träume bewacht.

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