Die Lowlands – Schottland 3/6

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Und schon sind wir am dritten Tag meiner Rundreise durch Schottland im Jahr 2017 angekommen. Heute verlassen wir aber das wunderschöne Edinburgh und machen uns auf den Weg in die schottischen Lowlands. Von grünen Feldern, malerischen Fischerdörfern, alten Burgen, steilen Klippen, Herzogin Kate und weltbekannten Brücken ist hier alles dabei. Eins kann ich euch schonmal direkt sagen, vielfältig ist die Region hier auf jeden Fall.

Firth of Forth

Über das schottische Frühstück hatte ich mich ja bereits im letzten Teil ausgelassen. Wir können also direkt in medias res gehen. Nach zwei Tagen in dieser wundervollen Stadt geht es heute in die umliegenden Lowlands. Eine Region, die im deutlichen Schatten der wesentlich bekannteren Highlands steht.

Um weiter in die Lowlands reisen zu können, müssen wir aber erst mal über den Firth of Forth. Diese Meeresarmüberquerung ist aber auch schon sehenswert genug. Den Firth of Forth überqueren nämlich drei Brücken. Die Eisenbahnbrücke „Forth Bridge“ ist bereits seit 1890 im Betrieb. Als außergewöhnlicher und beeindruckender Meilenstein der Brückenarchitektur im goldenen Zeitalter der Eisenbahn wurde es 2015 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Die Forth Bridge

Es gibt aber noch zwei weitere Brücken, die unter anderem „vom weltweit erfahrensten Plaketten-Enthüller“ eröffnet wurden. Wer das ist, sollte allgemein bekannt sein.

links Queensferry Crossing
rechts Forth Road Bridge

Die Schotten sind auf die Eisenbahnbrücke übrigens ganz besonders stolz. Es sei ein Symbol der schottischen Handwerks- und Ingenieurskunst. Die Brücken sind definitiv spektakulär und architektonisch bin ich definitiv beeindruckt. Aber es sind für mich halt nur Brücken. Meine Begeisterung ist daher eher im gemäßigtem Rahmen. Wir fahren weiter und mit jedem kleinem charmantem Dorf und mit jeder grünen Wiese steigt sie.

St. Andrews

Das nächste Ziel der Reise ist St. Andrews. St. Andrews ist für viele Dinge bekannt, aber es gibt eine Sache, mit der eine recht große Personengruppe die Stadt sofort verbindet – dem Golfsport! Bereits seit dem 15. Jahrhundert wird hier schon Golf gespielt. Das muss man sich mal vorstellen. Schon im spätem Mittelalter hat hier die Elite sich für Klatsch und Tratsch getroffen. Laut (eigener Angabe) ist der Old Course der älteste noch existierende Golfplatz der Welt.

Hier würde ich auch gerne mal Golf spielen

Ich spiele kein Golf (ich bin leider zu arm und zu unelitär dafür) aber in dieser traumhaften Kulisse, an diesem traditionsreichen Ort und bei diesem saftig grünen Rasen würde ich ja schon ganz gerne mal eine Runde spielen und einfach entspannen. Als naturverliebter Sehnsuchtsbummler wäre Golf ja perfekt für mich. Ich muss nur noch irgendwie in diese elitären Besserverdiener Kreise kommen… Aber sei’s drum – weiter geht’s!

Bei dem Namen St. Andrews könntest du eventuell schon mal den Gedanken gehabt haben, dass die Stadt eine bedeutende Kirche hat. Das ist auch ein richtiger Gedanke. Die Stadt war sogar mal Reformationsstadt des Jahres und die reformierte Kirche hat viele bedeutende Ereignisse mit der Stadt gemeinsam aber es geht hier nicht um die Geschichte, sondern ums Reisen. Die Kathedrale ist aufgrund der Reformationskriege nur noch eine Ruine – aber eine unfassbar schöne Ruine! Ein strahlend blauer Himmel, glühendes grünes Gras und eine mittelalterliche Ruine. An diese Art von Romantik kommt selbst das von mir geliebte Mittelrheintal sehr schwer dran.

Geht’s noch ein bisschen romantischer? Wahrscheinlich nicht.

Umringt ist die Kathedrale natürlich von zahlreichen Grabsteinen, die den Flair der Romantik weiter verstärken. Es sind solche Orte, die das Bewusstsein für die Vergangenheit in einem wieder verstärken. Die Unvollendetheit der Ruinen und die umliegenden Gräber führen aber auch zum Bewusstwerden der Vergänglichkeit. Alles es ist vergänglich. Aber dieser Ort zeigt auch, dass auch das Vergängliche schön sein kann und man keine Angst davor haben muss. Das Wichtige ist nur, dass man dabei niemals den Moment aus den Augen verlieren darf.

Vergänglichkeit und Gegenwart

Nach diesem kleinen Philosophiekurs wollen wir jetzt aber auch den Moment genießen und weiterziehen. Weit weg können wir aber auch nicht weiterziehen, denn neben der Kathedrale steht das Castle – ebenfalls eine Ruine und ebenfalls wunderschön. Diesmal aber noch zusätzlich mit einem traumhaften Meer im Hintergrund.

Jetzt sogar mit Meeresfeeling

Ich habe ja schon an meinem ersten Tag geschrieben, wie sehr ich die britischen Universitäten liebe. Und genau das kann ich heute nur wiederholen. Ich liebe Sie einfach. Ich liebe ihren Charme, ihre lange Historie, den, Ruf den sie ausstrahlen, und auch einfach die Gebäude der Universität. Ich weiß nicht, was es ist, was mich an diesen Häusern so fasziniert, aber sie ziehen mich einfach in ihren Bann. Bei britischen Universitäten kann ich einfach nicht widerstehen, ich schmelze einfach dahin. Es ist einfach eine Liebe auf den ersten und jeden weiteren Blick. Wären da nicht der Brexit und die so verdammt hohen Studiengebühren, wäre schnell klar, wo ich ein Anschlussstudium absolvieren würde!

Love

Wenn wir schon beim Thema Liebe sind: für die Royalisten unter euch sei gesagt, dass St. Andrews auch noch aus einem anderen Grund sehr bekannt ist. Als Prinz William an der Universität studiert hat, hat er hier seine geliebte Traumfrau Kate kennengelernt. Das Northpoint Cafe wirbt sogar damit, dass die beiden sich da mal zum Kaffee getroffen haben. St. Andrews ist also wirklich eine Stadt zum Verlieben. Das liegt auch an dem unfassbar schönem ruhigen Charme der kleinen Gassen, die zu einer Mischung aus Besinnung und Entschleunigung führen. Auf jeden Fall lässt sich hier das Leben genießen.

Charmanter als jede französische Gasse

Nach wundervollen Stunden geht die Reise weiter. Wir fahren durch Dundee und erleben so noch mal eine größere Stadt, aber der Weg danach verläuft entlang von traumhaften grünen Wiesen und entlang von einzigartigen Klippen. Für die nächste Zeit übernimmt die Natur der Lowlands die Macht.

Dundee
Dunnottar Castle

Es heißt ja der Weg ist das Ziel. Das gilt aber nicht, wenn Dunnottar Castle das Ziel ist. Zwischen strahlendgrünen Feldern und wunderschönen Klippen thront die Burg majestätisch über die schottische Küste. Die Tatsache, dass es nur noch eine Ruine ist, muss ich selbstverständlich ja nicht mehr erwähnen, oder? Über den rauen Küsten thront so die Schönheit der Natur und der Vergänglichkeit.

Das Ziel kann auch mal das Highlight der Reise sein
Wo die Schönheit thront, soll das Glück gedeihen

Die unfassbare Schönheit, die ich an diesem Ort gefühlt habe, kann ich eigentlich gar nicht in Worte fassen. Ich habe es versucht, bin aber gescheitert. Manche Dinge sind so schön, dass man sie einfach nicht ausschreiben sollte. Die große Weite der grünen Felder und der frische Wind sind aber auf jeden Fall unfassbar entspannend. Trotz der nicht wenigen Touristen strahlt der Ort eine unfassbare Ruhe aus. Man muss nur ein paar Schritte abseits gehen und kann die Glocken der Freiheit erklingen hören. Die sich rhythmisch im Wind wehenden Grashalme ziehen den ganzen Fokus auf sich. Auch der Blick auf die Küsten ist nicht zu verachten und steht vor allem für eins – die Sehnsucht nach Freiheit.

Sehnsucht
Freiheit

Irgendwie will ich ja gar nicht gehen. Aber ist es nicht ein unfassbar schönes Gefühl zu wissen, dass man etwas Traumhaftes auf seinen Reisen gefunden hat und man weiß, dass es noch schöner werden kann? Ist es nicht diese Lust am Entdecken, die uns dazu antreibt, das Haus zu verlassen und auf Reisen zu gehen?

Aberdeen – Footdee

Das finale Ziel des Tages ist Aberdeen. Genauer gesagt ein kleiner Stadtteil von Aberdeen – Footdee. Von dort hat man zunächst einen schönen Blick auf die Nordseeküste der Stadt. Ein schöner Anblick, aber nicht der Grund, weswegen man nach Footdee kommt. Footdee ist der Ort, den man als das perfekte kleine idyllische Fischerdörfchen beschreiben würde. Kleine Gassen, kleine Häuschen, etwas grün und etwas Buntes an den Häusern. Es ist ein Bilderbuchviertel der Superlative. Klein, aber mehr als fein – ein Ort mit absoluter Garantie zum Schlendern.

kleine Gassen
mit kleinen Häusern

Nach einem Spaziergang durch das doch eher kleine Viertel landet man wieder an der Promenade. Beim Blick auf den Codona’s Amusement Park und dem allgemeinen Stadtbild muss ich irgendwie an Atlantic City denken. Es ist vielleicht nicht der perfekte Vergleich, aber manchmal sind die Verbindungen, die man zieht, auch einfach nicht perfekt.

Put your makeup on, fix your hair up pretty
And meet me tonight in Atlantic City

Der Abschluss des Tages findet in Slain’s Castle statt. Ehemals gotische Kirche jetzt (gothic) Pub und Restaurant. Das ist auch mal eine andere aber doch recht coole Erfahrung.

Veröffentlicht von Sehnsuchtsbummler

Ich bin Max: Jahrgang 2000, hauptberuflich Pharmaziestudent und hobbymäßig Weltenbummler mit unglaublich großem Fernweh und noch größerer Sehnsucht nach Freiheit. Denn Freiheit bedeutet für mich Reisen und Reisen bedeutet für mich Freiheit. In meinen Reiseerzählungen berichte ich, wann immer ich Zeit zum Schreiben finde, ganz subjektiv und ungefiltert über meine aktuellen und vergangenen Reisen. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und ich hoffe, dass ich ein paar Inspirationen geben kann 😉

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