My own romantic town – Schottland 1/6

Meine Rundreise im Jahr 2017 durch Schottland beginnt in Edinburgh. Edinburgh ist nicht nur die schottische Landeshauptstadt, sondern zugleich noch die (wahrscheinlich) schönste Stadt des Vereinigten Königreichs, was jetzt auch nicht gerade die größte Kunst ist. Der schottische Nationaldichter Sir Walter Scott bezeichnete sie einst als ‚my own romantic town‘ und ich kann dieser Definition einfach nur zustimmen.

Sonnenschein! Ja, du magst jetzt etwas erschrecken, aber den gibt es in Schottland tatsächlich auch. Und am ersten Tag meiner Rundreise durch Schottland gibt es sogar richtig viel davon. Das Wetter ist fast so traumhaft wie diese wundervolle Stadt. Leider ist der erste Tag nur ein halber Tag. Das ist aber kein Problem, denn es gilt natürlich: Carpe diem! Wir beginnen mit dem Wichtigsten – der Bildung. In direkter Nähe zum Hotel befindet sich die höchst renommierte University of Edinburgh. Das Gebäude der Universität ist im Stil des Klassizismus entworfen worden. Auf den ersten Blick scheint sie nicht die größte Schönheit zu sein, aber sie hat einen wundervollen Charme. Sie hat diesen Charme, den alle klassischen und alten britischen Universitäten ausstrahlen und den ich so sehr liebe.

Charmante Bildung

Die University hat aber auch ein paar schönere Ecken zu bieten. Da gibt es nämlich noch die McEwan Hall, die als Aula fungiert. So eine schicke Aula habe ich an meiner Uni nicht, wobei ich nicht mal weiß, ob an meinem Campus überhaupt so etwas wie eine Aula existiert. Kleine Randnotiz am Rande, die Halle wurde nach einem Bierbrauer benannt. Wo da jetzt der Zusammenhang zum Studentenleben bestehen soll, weiß ich natürlich nicht.

Universität und Bier gehören für manche ja auch so ganz fest zusammen

Direkt daneben befindet sich das Teviot Row House. Es ist das älteste Haus einer Studierendenvertretung in ganz Europa. Und es ist nicht nur ein altes Gebäude, sondern auch ein sehr schickes obendrein. Ich kann mir wirklich schlechtere Orte zum Studentenleben vorstellen, wären da nicht diese Studiengebühren im Vereinigten Königreich…

gaudeamus igitur

Es geht weiter zum Greyfriars Kirkyard. Der Friedhof dient als letzte Ruhestätte der Edinburgher High Society der letzten Jahrhunderte. Der Friedhof an sich ist aber klein und mehr in einem Hinterhof gelegen. Ich fasse den Ort mal kurz und knapp als „interessant“ zusammen.

Should auld acquaintance be forgot
And never brought to mind?
Should auld acquaintance be forgot,
and days of auld lang syne?

Eine der wichtigsten schottischen Tugenden ist die Loyalität. Und das man auf den Britischen Inseln tierlieb ist, ist keine neue Erkenntnis. Queen Elizabeth II. soll ihre Corgis auch mehr geliebt haben als ihre Kinder. Man muss fairerweise aber auch dazu sagen, dass Corgis die süßesten Hunde der Welt sind. Die kann man nur lieben. Warum schreibe ich das jetzt alles eigentlich gerade? Wegen Bobby! Ob die Geschichte jetzt stimmt oder nicht, sollen andere diskutieren. Der Geschichte nach soll Skye Terrier Bobby, nachdem sein Herr gestorben ist, 14 Jahre lang an seinem Grab verweilt haben, um ihn nicht zu verlassen. Er ist nur täglich zur gleichen Uhrzeit zu einem Pub gegangen, um dort gefüttert zu werden. Für diese Meisterleistung der Loyalität wurde er mit einem Grab neben seinem Herrn und einer eigenen Statue in der Stadt belohnt.

Bobby

Ein Hinweis für Reisende nach Edinburgh muss getan werden, man macht nicht wenige Höhenmeter. Das ist aber vollkommen egal, denn das Stadtbild ist so unfassbar traumhaft. Die georgian architecture in der Kombination mit einigen ganz alten Gemäuern ist herrlich. Es ist auch sehr grün, denn es gibt viele kleinere Parks. Die Sehnsucht nach meiner own romantic town wird von jeder Minute in der Stadt nur größer. Die Schotten wären aber nicht die Schotten, wenn sie nicht verrückt wären. So gibt es auch immer mal wieder bunte Überraschungen.

Farbe hat noch nie geschadet

Es geht weiter zur Tolbooth Kirk. Das eigentliche nächste Highlight steht aber fast daneben. Denn wofür ist Schottland bekannt? Whisky! In der Scotch Whisky Experience kann man fleißig probieren, Whisky kaufen und sich weiterbilden. Ich habe das Gefühl es gibt mehr Destillen als Einwohner in Schottland. Sláinte!

Toolboth Kirk

Die gewonnen Höhenmeter werden schnell aufgeben und es geht wieder abwärts. Jetzt geht es zur St. Giles‘ Cathedral. Das ist die wichtigste Kirche Edinburghs. Viel mehr möchte und kann ich dazu aber auch nicht schreiben.

St. Giles‘ Cathedral

Ich finde es nur immer interessant, wie viele Flaggen in den anglikanischen Kirchen hängen, aber das nur als kleine Randnotiz.

Sheldon Cooper presents Fun with Flags

Es heißt ja, die Menschen in Schottland seien geizig. Das stimmt auch meistens. Trotzdem oder gerade deshalb haben sie einen der größten Wirtschaftsphilosophen hervorgebracht. Die Adam-Smith-Statue in der Nähe der Kathedrale soll an ihn erinnern. Kleine Randnotiz: Er bekommt öfters eine Pylone als Hut aufgesetzt.

Weiter unten beginnt dann die Royal Mile – die Prachtstraße Edinburghs. Es ist eine wunderschöne Meile. Es gibt alle möglichen Geschäfte und man kann fast überall den schottischen Charme spüren.

Die Royal Mile

Von der Royal Mile gehen zahlreiche kleine Gässchen in alle möglichen Richtungen. Es ist schwer, sich nicht zu sehr im Schlendern zu verlaufen, aber man erkennt immer wieder noch schönere Ecken. So hat man plötzlich einen traumhaften Blick auf das Edinburgh Castle und kann erst jetzt erkennen, wie schön es ist, obwohl man bei der Toolboth Kirk schon fast direkt davor stand. Der Blick auf die Burg ist auf jeden Fall wundervoll.

Edinburgh Castle

Weniger prunkvoll ist das schottische Parlament. Würde da nicht etwas Stacheldraht und ein Schild sein, würde man das Parlament auch nicht erkennen. Wenn wir schon beim Thema Politik sind: EU-Flaggen und Schottland Flaggen sieht man hier überall, den Union Jack dafür fast nie.

Dafür sind wir jetzt am Palace of Holyroodhouse – dem Schottlandsitz ihrer königlichen Majestät. Getroffen habe ich die Queen zwar leider nicht, aber ihr Palast sieht trotzdem ganz nett aus. Ich bekenne mich jetzt schon mal prophylaktisch schuldig, falls mir jemand Royalismus vorwerfen will.

God save our gracious Queen,
Long live our noble Queen,
God save the Queen!

So jetzt noch etwas Bildung. Weißt du denn, was das Wappentier Schottlands ist? Keine Sorge, da kommst du nie drauf. Es ist das Einhorn. Die Schotten sind eben auf sehr liebenswürdige Art und Weise speziell.

Warum? Weil wir’s können!

So wie lässt man jetzt einen so traumhaften Tag ausklingen? Da wir in Schottland sind, gibt es nur eine mögliche Antwort:

slàinte mhath

Veröffentlicht von Sehnsuchtsbummler

Ich bin Max: Jahrgang 2000, hauptberuflich Pharmaziestudent und hobbymäßig Weltenbummler mit unglaublich großem Fernweh und noch größerer Sehnsucht nach Freiheit. Denn Freiheit bedeutet für mich Reisen und Reisen bedeutet für mich Freiheit. In meinen Reiseerzählungen berichte ich, wann immer ich Zeit zum Schreiben finde, ganz subjektiv und ungefiltert über meine aktuellen und vergangenen Reisen. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und ich hoffe, dass ich ein paar Inspirationen geben kann 😉

3 Kommentare zu „My own romantic town – Schottland 1/6

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